Spanien, 2003
Regie: Eloy de la Iglesia
Darsteller: Fernando Guillén Cuervo, Dritan Biba u.a.
Spanien ist anscheinend voll schwul. Und das ist auch gut so. – Nee, mal im Ernst: Spanien hat anscheinend ein großes Nachholbedürfnis, schwule Filme zu drehen. Leider werden dort (wie allerdings auch hierzulande) die Schwulen meistens recht tuntig dargestellt. Damit man sie auch gleich erkennt? Aber ansonsten sind die Filmchen immer recht nett. Auch „Bulgarian Lovers“ kann man sich ansehen.
Wer bei dem Titel erstmal an Softporno denkt, irrt sich. – Daniel ist Mittvierziger, geschäftlich erfolgreich, gutsituiert und ein „Gentleman“. Mit seinen Freunden (ebenfalls alle Mittvierziger, geschäftlich erfolgreich etc.) durchstreift er die Schwulenclubs, um die bulgarischen Immigranten zu begutachten, die sich dort den Schwulen anbiedern, in der Hoffnung auf schnelles Geld und eine Aufenthaltsgenehmigung.
Als Daniel den jungen, knackigen (naja, es gibt da einige hübschere…) Kyrill kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Daniel verliebt sich Hals über Kopf und läßt sich von dem Bulgaren nach Strich und Faden ausnutzen. Nicht nur, daß nach einiger Zeit auch noch dessen Freundin mit einzieht, Daniel wird auch noch in Kyrills Drogen- und Mafia-Aktivitäten hineingezogen…
Einerseits ein recht netter Film, sehenswert wegen der größtenteils knackigen Bulgaren, die mit ihren Reizen nicht geizen, aber auch wegen des Hauptdarstellers, der trotz aller Naivität doch einen gewissen Charme und Stil besitzt. Schwachpunkt ist die Handlung, weil der Film sich nicht entscheiden kann, ob er nun eine Romanze, ein Mafia-Thriller, eine Komödie oder doch besser ein Drama sein will. Oder letztendlich vielleicht doch ein Softporno?
Er fängt jedenfalls vielversprechend an, aber ab der Hälfte wird’s dann doch langsam öde, zumal man diesen naiven Daniel einfach nur noch schütteln und ohrfeigen möchte, damit er endlich zur Besinnung kommt. Kann man sich aber schon mal ansehen, vor allem wegen der freizügigen Szenen und stellenweise charmanten Witzes. Aber wenn schon spanische Filme, dann doch lieber „Krampack“ oder „Kilometer 0“ oder einfach Almodovar.
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