Die Ahnungslosen

die-ahnungslosen.jpgLa Fate ignoranti

Italien, 2001
Regie: Ferzan Ozpetek
Darsteller: Margherita Buy, Stefano Accorsi u.v.a.

Als ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt, bricht für Antonia eine Welt zusammen. Vor allem als sie erfährt, daß ihr Mann seit sieben Jahre ein Verhältnis hatte. Sie will ihre Konkurrentin kennenlernen und macht sich auf die Suche. Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, daß ihr Mann ein schwules Doppelleben unter vielen schwulen Freunden geführt hat.

Nach dem anfänglichen Schock wird sie aber nach und nach selbst Teil dieser neuen „Familie“, auch wenn sie Probleme hat, sich an deren ungezwungenen Lebensstil anzupassen. Vor allem mit Michele, dem Geliebten ihres Mannes, entwickelt sich ein verwirrend-verwirrtes Liebesverhältnis.

Vier Jahre nach „Hamam“ hat der italienisch-türkische Regisseur Ferzan Ozpetek wieder ein stimmungsvolles Drama geschaffen. Nicht ganz so atmosphärisch wie der Vorgänger, aber auf jeden Fall ein sehr emotionaler, stimmungsvoller Film mit schönen Dialogen, stillen Momenten und interessanten Charakteren. Schauspielerisch bis in die kleinste Nebenrolle gut besetzt, aber vor allem Margherita Buy besticht – und erinnert an eine gereifte Meg Ryan.

Verwunderlich, warum es sich die Cover-Macher mal wieder nicht nehmen ließen, das Cover als Softporno zu gestalten!? Denn wie auch schon in „Hamam“ wird derjenige, der schwule Erotik erwartet, sicherlich enttäuscht werden.

Schade auch, daß der Titel nicht wörtlich übersetzt wurde mit „Die unwissenden Feen„. Aber „Die Ahnungslosen“ trifft’s teilweise schon richtig, denn das Ende des Films läßt dann leider doch noch allzu viele Fragen offen. Leider ein großer Schwachpunkt. Vielleicht muß ich ihn mir aber auch nur ein zweites Mal ansehen, um ihn ganz zu begreifen…

Wem „Hamam“ gefallen hat, der wird auch an diesem poetischen Film seinen Gefallen finden.

Die Ahnungslosen

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