8 Femmes
Frankreich, 2002
Regie: Francois Ozon
Darsteller: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart uva.
Was hat dieser Film hier eigentlich zu suchen? Da spielt kein einziger Mann mit, also kann es auch gar kein „schwuler“ Film sein. Zwar gibt es eine lesbische Kußszene (ich verrate nicht, wer mit wem!), aber das war’s dann auch schon. Und dennoch… so viele Filmdiven auf einen Haufen? Der Film muß einfach hier herein!
Frankreich, 50er Jahre. Ein eingeschneites, feudales Landhaus. Eine Familie trifft sich zum Weihnachtsfest. Aber Marcel, der einzige Mann im Haus, liegt tot im Bett; mit einem Messer im Rücken. Bald ist klar: Eine der acht Frauen muß die Mörderin sein…
Wieder ein von Francois Ozon verfilmtes Bühnenstück (von Robert Thomas), das ich mir auf besondere Empfehlung von Cali endlich mal angesehen habe. Teils Krimi, teils Musical. Die Crème de la Créme französischer Schauspielerinnen. Ergo: Große Erwartungen… Und ich habe auch nicht viel zu meckern.
Schöne Kostüme. Verschwenderische Kulisse. Hervorragende Schauspielerinnen. Faszinierend, wie nach und nach die Fassade jeder einzelnen Frau bröckelt. Humorvoll die Gesangseinlagen (jede der 8 Frauen singt ein Chanson). Nette Anspielungen und Remineszensen (Romy Schneider, Truffaut, Bunuel, Agatha Christie…), die der Film-Laie allerdings eventuell gar nicht mitbekommt. Und manchmal waren sie mir auch einfach etwas zu penetrant.
Vielleicht lag’s an meiner Müdigkeit, daß der Begeisterungsfunke beim ersten Mal doch nicht so recht überspringen wollte? Oder es lag daran, daß ich kein Französisch spreche und mir deshalb die deutsche Synchronisation ansehen mußte (zum Glück blieben die Chansons im Original)? Vielleicht lag’s aber auch daran, daß mich die einst so wunderschöne Catherine Deneuve hier so verblüffend an Lilo Wanders erinnerte? Oder doch daran, daß die Chansons zwar musikalisch schön waren, die Damen aber gesanglich nicht viel her machen (da fehlt einfach größtenteils das Timbre)?
Also, wie’s im Leben häufig der Fall ist: Das erste Mal ist nicht so besonders! Fand ihn zwar mal sehenswert, konnte aber die Begeisterung nicht so recht teilen. – Und dann? Habe ich ihn mir zufälligerweise mit der Maus ein zweites Mal angesehen und fand ihn plötzlich ausgesprochen gut. Wahrscheinlich muß man sich einfach erst daran gewöhnen?
Fazit: Auf jeden Fall ansehen! 8 Frauen
Und wer sich nur mal die Musikeinlagen ansehen will – hier sind sie (und dahinter, soweit gefunden, die Originale – ohne Gewähr!):
1. Mein Favorit:“T’es plus dans le coup papa“ von Catherine (Ludivine Sagnier), der burschikosen jüngsten Tochter Marcels. (Original)
2. Auch sehr schön: „Message Personnel“ von Augustine (Isabelle Hubbert), der Schwägerin Marcels. (Gefällt mir sogar besser als das Original)
3. „A quoi sert de vivre libre“ von Pierrette (wunderbar: Fanny Ardant), der Schwester des Toten. (Original von Nicoletta habe ich nicht gefunden)
4. „Mon amour, mon ami“ von Suzon (Virginie Ledoyen), der älteren Tochter, die in die Ferien kommt. (Original)
5. „Pour ne pas vivre seul“ von Madame Chanel (Firmine Richard), der schwarzen Köchin. (Original von Dalida)
6. „Pile ou face“ von Louise (Emmanuelle Béart), dem neuen Zimmermädchen. (Original)
7. „Toi jamais“ von Gaby (Catherine Deneuve), der Ehefrau Marcels. (Original?)
8. „Il n’y a pas d’amour heureux“ von Mamy (Danielle Darieux), der Mutter Gabys. (Original)
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