Thailand, 2003
Regie: Ekachai Uekrongtham
Darsteller: Asanee Suwan uva.
Nang Toom ist ein thailändischer Junge, der schon sehr früh merkt, daß er lieber ein Mädchen sein würde. Dennoch entdeckt er mit 12 Jahren die Schönheit und Eleganz des Thai-Boxens für sich und beginnt zu trainieren. Er perfektioniert den Muaythai-Stil und gewinnt etliche Turniere.
Richtig berühmt-berüchtigt wird er allerdings erst, als er sich für einen Kampf Make-Up anlegt und als Transvestit in den Ring steigt. Die Thailänder haben zwar ein offeneres Verhältnis zu „Ladyboys“, wie sie genannt werden, aber das Thai-Boxen ist eine männerdominierte Welt, in denen Transvestiten und Transsexuelle nichts zu suchen haben. – Der erste Auftritt mit Make-Up spaltet die Lager. Aber Tooms Manager forciert dessen Auftreten als Transvestit, um ihn berühmter zu machen und den „Skandal“ auszuschlachten.
Auf dem Weg zu diversen Meister-Titeln beginnt er schon mit einer Hormonbehandlung. Aber gleichzeitig werden die Boxkämpfe immer mehr zur lächerlichen Farce. Am Ende wagt er den letzten Schritt zur Operation, muß dann aber die Box-Handschuhe an den Nagel hängen…
Klingt absurd? – Wenn die Geschichte nicht wahr wäre, müßte man sie erfinden!
„Beautiful Boxer“ ist thailändisches Kino, das mich begeisterte: Wunderbare Bilder. Gut choreographierte Kämpfe, die jene Martial Arts Film-Reihen wie „Kickboxer“ etc. in den Schatten stellen. Ein sozialkritischer Einblick in das thailändische Leben. Und eine hervorragende, glaubhafte schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Asanee Suwan; eines thailändischen Kickboxers, der hier sein Film-Debüt gab.
Der echte Nang Toom wurde 1981 geboren und erreichte tatsächlich höchste Meisterschaft im Thai-Boxen. 1998 schaffte er mit 16 Jahren den Weg ins berühmte Lumpini-Stadion in Bangkog, tritt dort bereits mit geschminkten Lippen auf. 1999 ließ sie sich umoperieren.
Heute heißt sie Parinya Charoenphol, besitzt und leitet eine Boxschule für Jungen und Mädchen, und arbeitet nebenbei als Modell und Schauspielerin. Im Film übernahm sie übrigens eine kleine Gastrolle als Gesichtsmasseurin, die dem Jungen zum ersten Mal Hormone in die Hand gibt.
Ein schöner Film, den ich auf jeden Fall jedem ans Herz legen möchte.
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