USA, 2005
Regie: John Baumgartner
Darsteller: Jonathan Slavin, Jason Bushman, Scotch Ellis Loring, Susan Slome uva.
Trailer
Überall überschlagen sich die Kritiker voll des Lobs für den Film. Und ich kann’s mal wieder nicht so recht nachvollziehen. Zugegeben, der Aufhänger für die Story ist gut: Es wird eine Pille entwickelt, die aus Schwulen Heteros macht. Tim, gerade 33 Jahre alt geworden, stellt sich als Versuchsobjekt zur Verfügung. Seine Beweggründe: Er ist nicht gerade der Attraktivsten einer und hat in der schwulen Szene keine Chance. Deshalb ist er sehr einsam und verbittert. Er glaubt, wenn er hetero wäre, würde alles besser.
Soweit eigentlich ein vielversprechender Plot, wobei man schon anfangen könnte, darüber zu diskutieren, ob das wirklich ein ausreichender Grund wäre. Und ob nicht die Ärzte und Psychologen, die dieses medizinische Projekt leiten, sich in Wirklichkeit mehr mit den Beweggründen ihrer Probanden auseinandersetzen würden. Es ist schließlich ein Unterschied, ob ein Schwuler unter seiner Homosexualität leidet oder ob er nur darunter leidet, daß er keinen abbekommt.
Ich war jedenfalls doch etwas enttäuscht. Man könnte ja darüber hinwegsehen, daß das DVD-Cover schon mal üüüüüüüüberhaupt nichts mit dem Film zu tun hat. So leckere Kerls, wie dort abgebildet, kommen im Film überhaupt nicht vor. – Woran liegt’s bloß, daß so oft mit semipornographischen Coverbildern für schwule DVDs (und Bücher) geworben wird? – Naja, daß die Typen im Film jedenfalls nicht alle Models sind, macht ihn wenigstens in diesem Punkt realistisch.
Man könnte auch noch über die Low-Budget-Produktion hinwegsehen. Sicher gibt’s Billigproduktionen, die trotzdem besser gemacht sind, aber es hält sich hier im erträglichen Maße. Auch die Schauspieler könnten eine Spur besser und glaubhafter sein, aber man hat schon schlimmere gesehen.
Was mich einfach störte: Der Film kann sich nicht entscheiden. – Das Thema gäbe entweder eine lustige Komödie ab oder (was mir lieber gewesen wäre) ein sozial-relevantes Drama. Aber eine Mischung aus beidem funktioniert hier nicht! Für eine Komödie ist er einfach nicht lustig genug. Diese „Skala“, die immer eingeblendet wird, reicht nicht für eine Komödie aus. – Und für ein Drama ist es nicht durchdacht genug. Die eigentliche Frage, wie sehr solch eine Pille nicht nur die Sexualität, sondern auch den Charakter verändern würde, bleibt größtenteils unbeantwortet. Stattdessen hält man sich mit irrelevanten Nebengeschichten auf, wie die von Tims schwulen Arbeitskollegen, der sich entscheiden muß zwischen Party-Leben und Beziehung.
Schade drum. So viel verschenkt!
Kurz vor Schluß gibt’s einen kleinen vielversprechenden Höhepunkt. Der war immerhin okay. Ich hätte mir mehr davon gewünscht! Dafür war das Ende dann enttäuschend vorhersehbar.
Trotzalledem sollte man sich den Film mal anschauen. Vor allem, um selbst mal darüber nachzudenken: Was wäre, wenn…
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