History Boys

history_boys_die.jpgThe History Boys

UK, 2006
Regie: Nicholas Hytner
Darsteller: Richard Griffiths, Russell Tovey uva.

Trailer

An einer Schule in England sollen acht begabte Schüler aus der Unterschicht darauf getrimmt werden, die Zulassung für die Elite-Colleges Cambridge und Oxford zu erhalten. Der Unterrichtsschwerpunkt ist dabei Geschichte. Der Geschichtslehrer, von allen „Hector“ genannt (wunderbar gespielt von Richard Griffiths, der vielen als fieser „Onkel Vernon“ in Harry Potter bekannt sein dürfte), wird von den Schülern geliebt. history-boys-3.jpgVor allem auch, weil er weniger Wert auf die Geschichtskenntnisse legt (die Jungs glauben sowieso, schon alles zu wissen), sondern es ihnen durchgehen läßt, daß sie in seinem Unterricht lieber Film- und Theaterszenen nachspielen. Ihm ist es recht, solange nach dem Unterricht sich jeweils einer der Schüler von ihm auf seinem alten Moped nach Hause bringen und dabei ein bißchen betatschen läßt.

Dem ehrgeizigen Direktor ist der lasche Unterricht ein Dorn im Auge. Und so stellt er den neuen jungen Lehrer Irwin ein. Der krempelt den Unterricht kräftig um und stellt die Schüler vor neue Herausforderungen.

Hector wird schließlich von einer übereifrigen alten Jungfer angeschwärzt, weil sie beobachtet hat, wie dieser seinen Beifahrer befingert. Der offen schwule Schüler Posner (der autobiographische Züge des Autors Bennett trägt) ist schwer verliebt in den coolen Schulplayboy Dakin. Dieser wiederum macht sich überraschendeweise an Irwin heran, der anfangs zurückhaltend reagiert, sich dann aber ebenfalls als schwul entpuppt und ein würdiger Nachfolger Hectors werden könnte.

history-boys-2.jpgDie wichtigste Frage am Ende bleibt natürlich, ob die Jungs die Zulassung zu den Elite-Schulen erhalten oder nicht.

 

Nach dem mit Preisen überschütteten Bühnenstück von Alan Bennett, der auch das Drehbuch für den Film schrieb, schuf Nicholas Hytner eine schöne, kurzweilige Tragikkomödie. Beeindruckend vor allem die schauspielerische Leistung (was nicht weiter wundert, da die Crew fast vollständig mit der ursprünglichen Theatercrew besetzt wurde). Und natürlich der Soundtrack aus den 80er Jahren. Teilweise dramatisch, aber nicht so schmalztriefend wie „Der Club der toten Dichter“ (den ich zugegebenermaßen trotzdem liebe!), auch wenn er sich einige Vergleiche wohl gefallen lassen muß. Die braucht er aber nicht zu fürchten.

Homosexualität ist in diesem Film zwar nur eine Randerscheinung, trotzdem gehört er in jede schwule Videothek. Erscheint voraussichtlich am 24.09. auf DVD. Oder jetzt schon als UK-Import bestellen (aber Warnung: Dieses gesprochene Englisch erfordert schon höchste Konzentration!).

 

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