Geboren 1949 in einer spanischen Kleinstadt verbrachte Pedro Almodovar seine Kindheit in einem katholischen Internat. Mit 19 Jahren zog er nach Madrid. Ihm fehlten die finanziellen Mittel, um die Filmhochschule zu besuchen, also schlug er sich mit kleinen Jobs durchs Leben und sparte für seine erste Super8-Kamera. Damit drehte er seine ersten Filme, in denen vor allem seine Freunde und Bekannten mitwirkten.
Anfang der 80er Jahre wurde er etwas bekannter, gegen Ende der 80er Jahre auch international. 1987 gewann er für „Das Gesetz der Begierde“ den Teddy-Award. Den internationalen Durchbruch schaffte er 1989, als er für „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert wurde. Aber erst mehr als 10 Jahre später – im Jahr 2000 – gewann er seinen ersten Oscar für den besten fremdsprachigen Film „Alles über meine Mutter„. Im Jahr 2003 gewann er mit „Sprich mit ihr“ den Oscar für das beste Drehbuch und war außerdem für die beste Regie nominiert.
Almodovar gilt als ‘Entdecker’ von Antonio Banderas („Fessle mich!„, „Labyrinth der Leidenschaften„, „Matador“ – damals noch durchaus goldig und sexy!) und Penelope Cruz („Live Flesh„, „Alles über meine Mutter„), die ihm auch treu blieb, als sie bereits den internationalen Durchbruch geschafft hatte (und für
diese Treue dieses Jahr für ihre Rolle in „Volver“ zur Belohnung für den Oscar nominiert wurde).
Pedro Almodovar gilt als offen schwul. In einigen seiner Filme erwähnt er auch das Thema Homosexualität („Gesetz der Begierde„, „Labyrinth der Leidenschaften„, „La Mala Educacion„) und Transsexualität, wobei sie eigentlich nie der zentrale Schwerpunkt seiner Filme sind. Vielmehr geht es immer um zwischenmenschliche Beziehung egal welcher Coleur, um Einsamkeit und um außergewöhnliche Situationen. Und dazu gehören außergewöhnliche Menschen, Randfiguren der Gesellschaft wie eben Homosexuelle, Transsexuelle, Prostituierte usw. Diese greifen in seinen Filmen meist zu außergewöhnlichen Mitteln. Dabei sind die Figuren und die Filme oft schrill, bunt und provokativ, aber weniger aus reiner Lust am „Camp“ (wie beispielsweise bei John Waters), sondern wohl eher als Kontrast zum übermoralischen Franco-Regime und als Reaktion auf die katholische Kirche, die beide prägend für Almodovars Jugend waren.
Seine Filme sind oft sehr verwirrend und kompliziert im Aufbau. Keine leichte Unterhaltungskost, sondern Leckerbissen, die manchmal trotz allen subtilen Humors schwer im Magen liegen. Aber ob man sie nun liebt oder haßt – man sollte sie auf jeden Fall gesehen haben!
arte zeigt im September einige seiner Filme:
am 10. Sep. „Alles über meine Mutter„
am 12. Sep. „Das Gesetz der Begierde“ (besondere Empfehlung! Beschreibung folgt demnächst.)
am 17. Sep. „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs„
am 24. Sept. „Mein blühendes Geheimnis„
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