USA, 2004
Regie: Bill Condon
Darsteller: Liam Neeson, Laura Linney, Chris O’Donnell uva.
Trailer
„Jeder 10. Mann ist schwul!“ - Hand hoch: Wer hat diese Behauptung schon mal aufgestellt? Begründet ist diese Behauptung auf den Kinsey-Report. Kinsey war Biologe und Zoologe, der Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre mehrere 1000 anonyme Interviews durchführte, um das Sexualverhalten der Amerikaner zu erforschen und Aufklärung zu betreiben. Er revolutionierte – gegen viele Widerstände – die sexuelle Aufklärung und ist sicherlich mitverantwortlich für die Fortschritte bei der Akzeptanz von Schwulen in der Gesellschaft.
Das Bio-Pic „Kinsey“ beschreibt sein Leben, angereichert mit (teilweise recht witzigen) nachgestellten Interviews. – Die schauspielerische Leistung von Neesom und Linney sind hervorragend. Mit Chris O’Donnell als bisexuellem Assistenten gibt’s auch was fürs Auge.
Kleiner Schönheitsfehler: Kinseys Kritiker haben immer behauptet, er hätte die Statistiken manipuliert, um seine eigene latente Homosexualität zu rechtfertigen. – Was die Manipulation betrifft, so haben seine Assistenten und Nachfolger die Statistiken nach seinem Tod noch einmal überprüft, gesäubert (z.B. hatte Kinsey überproportionale Stricher interviewt) und kamen letztendlich doch zu dem gleichen Ergebnis. Was die latente Homosexualität betrifft, so gab es niemals Beweise dafür. Der Film dagegen stellt diese Behauptungen als wahr dar, was im Prinzip gefundenes Fressen für Kinseys reaktionäre Kritiker wäre. Aber ob das 50 Jahre nach seinem Tod noch eine Rolle spielt? Hoffentlich nicht!
Also, ein filmisch nicht sonderlich aufregender Film, aber ein brauchbares BioPic, das doch jeder mindestens einmal gesehen haben sollte, um zu wissen, wer dieser bedeutende Sexualwissenschafter war!
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