„Boys to Men“ ist eine Kurzfilmzusammenstellung über vier verschiedene Lebensabschnitte von Schwulen.
1. „Crush“
Regie: Phillip J. Bartell
Der erste Film ist wohl auch gleich der interessanteste: Ein 15-jähriger Junge und ein 12-jähriges Mädchen lernen sich kennen. Haben viele Gemeinsamkeiten. Das Mädchen verliebt sich in den Jungen, aber der Junge gesteht ihr, daß er wohl schwul ist. Nach anfänglicher Enttäuschung betätigt sich das Mädchen als Kupplerin. Mit Erfolg!
Eine rührende kleine Geschichte, die der Autor und Regisseur von „Eating Out 2″ da erzählt. Sehenswert!
2. „The Mountain King“
Regie: Duncan Tucker
Ein junger Mann – ca. 20 – am Strand wird von einem anderen jungen Typen angesprochen. Sie landen in einem Strandhaus, das der andere vorübergehend bewohnt. Er entpuppt sich als Stricher. Die beiden haben Sex und nochmal Sex und zwischendurch wird auf „In der Halle des Bergkönigs“ geravet. Am Ende haut der Stricher in den Klamotten des schüchternen Jungen ab. Ein Rollentausch hat stattgefunden…
Was wollte uns Duncan Tucker – immerhin Regisseur von „Transamerica“! – mit diesem Kurzfilm sagen? Man könnte sicherlich mit Gewalt eine Allegorie auf „Peer Gynt“ herauslesen. Wenn man sich diese Mühe nicht machen will, bleibt’s einfach eine eher sinnfreie Geschichte als Alibi, um zwei durchaus ansehnliche Typen beim Sex zu zeigen. Wer will sich darüber beschweren?
3. „… lost“
Regie: Dan Castle
Beinahe jegliche Story läßt der bislang eher unbekannte Dan Castle in seinem Kurzfilmbeitrag „…lost“ vermissen. Es dürfte wohl der schlechteste der vier Beiträge sein. Hier geht es (fast) nur noch um -ungeschützten – Sex zwischen zwei Typen zwischen 25 und 35. Eher pornographisch. Mit einer Hau-Drauf Moral über die Einsamkeit nach einem One-Night-Stand, anonymen und ungeschützten Sex. Wirkt dadurch eher wie ein erotischer Aids-Aufklärungs-Spot und ist entsprechend und erfreulich kurz.
4. „The Confession“
Regie: Carl Pfirman
Der letzte Film der Reihe dagegen wieder durchaus sehenswert: Es geht um ein altes schwules Paar. Der eine davon schwer krank. Im Angesicht des Todes wird er plötzlich wieder religiös und will vor einem katholischen Priester eine Beichte ablegen. Sehr zum – verständlichen! – Verdruß seines Partners. Ironischerweise ist der Priester ein junger gutaussehender Mann. Ausgerechnet er verkörpert die reaktionäre Haltung der (katholischen) Kirche gegenüber Homosexuellen. Caesar, der skeptische Partner, wird durch die Rückkehr seines Geliebten „in den Schoß der Kirche“ ins Abseits gedrängt. Und dennoch – oder gerade deshalb – finden die beiden dann doch wieder zusammen.
Ein wirklich sehenswerter Kurzfilm, den Regieneuling Carl Pfirman hier vorgelegt hat. Vor allem Tom Fitzpatrick als Caesar ist sehr amüsant und liefert eine gute schauspielerische Leistung ab.
Fazit: Von „…lost“ mal abgesehen kann man sich diese Sammlung durchaus zu Gemüte führen.
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