Cowboy forever (OmU)

cowboy-forever.jpgCowboy forever

Frankreich/Brasilien, 2006
Regie: Jean Baptiste Erreca
Darsteller: Machado de Figueiredo, Carlos de Araujo u.a.

Zitat aus der Filmbeschreibung: „Heißer als die Mittagssonne, härter als ein Rodeoritt und natürlich glühender als der Sonnenuntergang am Horizont. ‘Cowboy Forever’ zeigt die wilde und sexy Seite der brasilianischen Gauchos, ganz ohne Vorurteile und mit viel Respekt.“

Na, das klingt doch nach einer Menge Spaß! Leider weiß ich nicht, welchen Softporno der Promoter sich da angeschaut hat!? „Cowboy forever“ war’s jedenfalls nicht!

cowboy-forever2.jpgEs gibt allerdings in der Tat Schönes zu sehen. Zwar nicht unbedingt in Form von nacktem Männerfleisch – wie Beschreibung und Promo-Bildchen uns das versprechen -, dafür aber in Form wunderschöner Naturaufnahmen. Dazu lädt die brasilianische Steppe auf jeden Fall ein.

Die semidokumentarische (Kurz-)Geschichte wird aus der Sicht von Govinda erzählt, einem jungen brasilianischen Goucho. Als einziger Junggeselle in der Horde Cowboys fühlt er sich sehr einsam. Dann kommt Jones, ein neuer Cowboy (mit entsetzlichen O-Beinen – nach einem schweren Unfall hätten sich die Beine der Form seines Pferdes angepaßt) zur Rotte. Govindas anfängliche Bewunderung schlägt langsam in Liebe um. Aber obwohl Jones ihn mit einem schwulen Tierarzt bekannt macht, der Govinda zum ersten Mal in seinem Leben mit der schwulen Welt in Berührung bringt (und da folgt ein kleiner „Werbespot“ für GayBonito – eine brasilianische Schwulen- und Lesbenorganisation), ist er selbst nicht schwul.

Govinda verzweifelt schier. Zum einen wegen der unerwiderten Liebe, zum anderen wegen der Entdeckung seiner eigenen Homosexualität. Doch schließlich zeigen ihm seine Comrades auf ihre Art, daß sie ihn so akzeptieren wie er ist. Seine Liebe zu Govinda endet in einer tiefen Freundschaft und sein schwules Glück findet er anderweitig.

Erfreulich kurz. Nur 27 Minuten dauert dieser Film. Und über diesen Zeitraum kann man ihn auch genießen. Er ist nicht schlecht erzählt, es gibt einige schöne Aufnahmen, aber das große erotische Prickeln, das uns das Promotionsbildmaterial verspricht, stellt sich nicht ein. Möglicherweise befindet sich das in dem umfangreichen Bonusmaterial, das immerhin fast dreimal so lang ist wie der Hauptfilm?

Fazit: Man muß die 9,95 € für diese im November erschienene DVD nicht unbedingt ausgeben.

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