Walk on Water

walk-on-water.jpgLaLehet Al HaMayim

Israel, 2004
Regie: Eytan Fox
Darsteller: Lior Ashkenazi, Knut Berger uva.

Trailer

Zunächst ein paar kurze Worte an die Redakteure einer großen deutschen Schwulenzeitschrift: Der Film heißt “Walk on Water”. Er heißt nicht “Walking on Water”, auch wenn das mal sein Arbeitstitel war. Ist zwar nur ein “ing”, aber da könnte es leicht zu Verwechslungen kommen!

Im Gegensatz zu “Walking on Water” ist “Walk on Water” vom israelischen Regisseur Eytan Fox (”Yossi & Jagger”, “The Bubble”) nämlich wirklich sehenswert! Das verdankt der Film nicht nur der guten, abgerundeten Geschichte, sondern vor allem auch dem Hauptdarsteller Lior Ashkenazi. Der spielt den Mossad-Agenten Eyal, der auf den Enkel eines hochrangigen SS-Offiziers angesetzt wird, um herauszufinden, ob (und wo) der Nazi-Opa noch am Leben ist.

Axel, der Enkel, kommt aus Berlin angereist, um seine Schwester Pia zu besuchen, die in einem Kibbuz arbeitet. Er soll sie dazu überreden, zum 70. Geburtstag des Vaters zurück nach Deutschland zu kommen. Dabei ahnt er nicht, warum seine Schwester mit den Eltern nichts mehr zu tun haben will.

Eyal gibt sich als Fremdenführer aus, um Axel und seine Schwester überwachen zu können und eventuell Hinweise auf den Großvater zu finden. Er ist von diesem Auftrag als “Babysitter” nicht sonderlich begeistert, sieht er seine Aufgaben doch eher in der aktuellen Terrorbekämpfung. Das Aufspüren von Nazis hält er 60 Jahre nach dem Krieg für Zeitverschwendung. Aber der hartgesottene Agent freundet sich mit dem Geschwisterpärchen an; ist vor allem fasziniert von Axels offenherziger, liberaler und liebenswerter Art. Was sich allerdings wieder schlagartig ändert, als er herausfindet, daß Axel schwul ist…

Der Film gibt sehr interessante Einblicke in das Israel der Gegenwart. Wobei Fox nicht eindeutig Stellung bezieht, nicht wertet, wer nun gut und wer böse ist. Und gerade das macht den Film so sehenswert, auch wenn Homosexualität im Film nur eine untergeordnete Rolle spielt. *Spoiler* Um Enttäuschungen zu vermeiden: Der toughe und markant-geile Eyal entdeckt seine schwule Ader nicht, auch wenn so mancher Zuschauer (incl. mir) sehnlichst darauf wartet. *Spoiler Ende*

Wer die Möglichkeit hat, sich die DVD anzusehen, der sollte dies auf jeden Fall im Original mit Untertitel tun. Denn der Sprachmix aus Hebräisch, Englisch, Deutsch, Türkisch und Arabisch ist einfach herrlich!

 

 

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