FAQs

faqs.jpgFAQs (OmU)

USA, 2005
Regie: Everett Lewis
Darsteller: Joe Lia, Allan Louis, Lance Lee Davis, Adam Larson uva.

Kleine schwule, heile Welt oder bittere Realität?

Nachdem der junge India von seinen Eltern aus dem Haus geworfen wurde, verdient er sich sein Geld in billigen Pornoproduktionen. Zumindest versucht er das, wird aber übers Ohr gehauen. Und weil gerade sowieso nicht sein Tag ist, wird er auch noch von zwei Schwulenhassern verfolgt, die ihn totschlagen wollen. Da taucht wie aus dem Nichts die Drag-Queen „Destiny“ (Cleopatra Jones ist wieder auferstanden! Oder doch eher Jackie Brown? Allen Louis als „Destiny“ – Schicksal – ist einfach grandios!) auf und kommt ihm mit ihrem Revolver zu Hilfe. Sie nimmt ihn bei sich zuhause auf, wo bereits die lesbische Minerva lebt, die lieber ein Junge sein möchte.

Es dauert nicht lange, dann gesellt sich auch noch der attraktive Spencer hinzu, der gerne sein Elternhaus in die Luft jagen möchte. Und schließlich überredet India auch noch einen der homophoben Angreifer vom Anfang zu einem Coming Out. Und wie sich herausstellt, ist dessen (ätzender) Kumpel natürlich auch in Wahrheit schwul…

Naja, das alles ist dann etwas zu viel des Guten. Irgendwie doch zu viel Klischee, daß die Typen, die gerne Schwule verprügeln, in Wahrheit ja selber schwul wären. Und daß die sich dann so einfach bekehren lassen würden… Und die Endaussage, daß (schwule) Küsse lauter wären als Bomben, ist auch eine Spur zu simpel.

Film-Qualität an sich entsprechend Low Budget. Sehr low. – Und trotzdem: Ein netter Film, mit unerfahrenen, aber guten, attraktiven Schauspielern, einer hervorragenden Darbietung der „Destiny“ und einem gehörigen Spritzer Erotik, zumal eine von Destinys Hausregeln heißt: „Zwei Stunden täglich nackt in der Wohnung herum laufen, um dem eigenen Körper Respekt zu zollen.“ Da sieht man doch gern zu!

Also ich fand ihn sehr sympathisch und durchaus mal sehenswert. Aber das ist sicher Geschmackssache!
FAQs

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Loggerheads

loggerheads.jpgLoggerheads (OmU)

USA, 2005
Regie: Tim Kirkman
Darsteller: Kip Pardue, Michael Kelly, Chris Sarandon, Bonnie Hunt uva.

Trailer

In drei verschiedenen Zeitebenen werden drei Geschichten erzählt: Der junge Ausreißer Mark landet in Kure Beach, einem kleinen Kaff an der Ostküste der USA, wo er die Nächte am Strand verbringt und die Loggerheads, eine bedrohte Schildkrötenart, beobachtet, die in der Nacht an den Strand kommen, um ihre Eier abzulegen. Er lernt den Motel-Besitzer George kennen, der ihn bei sich aufnimmt.

Die depressive Grace beauftragt eine Detektivin mit der Suche nach ihrem Sohn, den sie vor 21 Jahren zur Adoption freigegeben hat. Damals hat man ihr eingeredet, daß ein Kind ihr das junge Leben verpfuschen würde; aber nach 21 Jahren stellt sie fest, daß ihr Leben sowieso verpfuscht ist.

Elizabeth und Robert sind die Adoptiveltern Marks. Während der Vater – ein Prediger – den Sohn nicht mehr sehen will, versucht Elizabeth ihn zu finden. Ihre Nachbarin steht noch mit ihm in Kontakt und verhilft ihr zu einem letzten Treffen, denn Mark hat Aids…

Die Schicksale sind miteinander verflochten. Nach und nach entwirrt sich das – durch die Zeitsprünge – verworrene Geflecht. Eine recht sensible Geschichte, rührend erzählt. Schöne Bilder. Aber die richtige Stimmung wollte bei mir nicht so recht aufkommen. – Lag zum Teil wohl daran, daß ich den Hauptdarsteller Kip Pardue nicht sonderlich ansprechend fand. – Durch die Zeitsprünge war mir alles etwas zu verwirrend. Störend vor allem auch, daß Mark im einen Moment noch ein Bild strahlender Gesundheit sein soll, im nächsten Moment (ein Jahr später, soweit ich das verstanden habe) aber schon an Aids gestorben ist. Das wird nur halbherzig damit erklärt, daß er auf eine medikamentöse Behandlung verzichtet. Von diesem besagten Jahr erfährt man jedenfalls nichts.

Sicherlich gute Schauspieler. Guter Soundtrack. Aber insgesamt mir persönlich doch ein bißchen zu viel Gefühlskino ohne echte Sympathien für die Darsteller. Kann man sich mal ansehen, hat sich aber nicht in mein Gedächtnis eingeprägt.

Loggerheads (OmU)

Krámpack – Nico und Dani

krampack.jpgKrámpack (OmU)

Spanien, 2000
Regie: Cesc Gay
Darsteller: Fernando Ramallo, Jordi Vilches u.a.

Dani und Nico sind 16 Jahre alt und von Kindesbeinen an Freunde. Während Danis Eltern in Urlaub fahren, bleibt Dani zuhause und Nico besucht ihn in den Ferien. Typische Teenager nutzen sie die Abwesenheit der Eltern natürlich aus: Zigaretten, Drogen, Alkohol sind angesagt. Und sie haben vor allem ein Ziel: Ihre Jungfräulichkeit zu verlieren! Doch während Nico auf die freizügige Berta scharf ist, macht Dani viel lieber mit Nico rum und geht Nacht für Nacht immer einen Schritt weiter…

Schon wieder ein schwuler Coming-of-Age-Film. Aber ein kleiner Geheimtip. Sehr lustig, was vor allem den beiden jugendlichen Hauptdarstellern zu verdanken ist. Die machen oft so richtig auf „cool“ — oder was sie halt für „cool“ halten. Typische 16-Jährige eben. Einfach „ganz normale“ Jungs. Keine hochgestylten Jungschwuppen. Und kein Strichermilieu. Keine ungeheure Dramatik. Schlicht, aber einfühlsam. Und eben: Wirklich witzig!

Gibt’s nur auf Spanisch mit Untertitel, aber ohne den Originalton wär’s nur halb so schön, auch wenn man kein Spanisch spricht. Sollte man sich auf jeden Fall mal ansehen!

Krámpack – Nico und Dani

Ethan Mao

ethan-mao.jpgEthan Mao (OmU)

USA, 2004
Regie: Quentin Lee
Darsteller: Jun Hee Lee, Jerry Hernandez, Kevin Kleinberg u.a.

Preview

Der 18-jährige Ethan ist das Kind chinesischer Einwanderer in den USA. Seine Mutter starb früh, sein Vater lebt nur für sein Restaurant, seine Stiefmutter ist ein widerliches Biest (die Hälfte des Films dachte ich, das wäre ’ne Transe), sein Stiefbruder ein gemeines Aas.

Als seine Stiefmutter ein schwules Porno-Magazin in seinem Zimmer findet, wirft sein Vater ihn aus dem Haus. Ethan schlägt sich als Stricher durch. Lernt den erfahrenen Remigio kennen, der sich um ihn kümmert.

Als Ethan mit Remigio eine Halskette seiner Mutter – das einzige, was ihm noch von ihr geblieben ist – aus dem Elternhaus holen will und seine Familie überraschend früher von einem geplanten Ausflug zurück kommt, wird aus dem einfachen Einbrach plötzlich eine Geiselnahme. Ein großes Drama bahnt sich an…

Der Film lebt eigentlich hauptsächlich von den beiden – in ihrer exotischen Ausstrahlung durchaus attraktiven – Hauptdarstellern. Die Kamera ist mies, aber für einen Low-Budget ist der Film ansonsten gar nicht übel. Aber die springende Handlung und die Vermischung von Traum und Realität etwas zu verwirrend. Kann man sich mal ansehen…

Ethan Mao (OmU)

Alles wegen Benjamin (A cause d’un garcon)

alles-wegen-benjamin.jpgA cause d’un Garcon (OmU)

Frankreich, 2002
Regie: Fabrice Cazeneuve
Darsteller: Julien Baumgartner, Jeremie Elkaim uva.

Schon wieder eine Coming-of-Age Geschichte: Vincent ist an seiner Schule ein gefeierter Star. Gute Noten und der Beste in der Schwimmermanschaft. Aber er führt ein schwules Doppelleben. Als ein Neuer an die Schule kommt – Benjamin -, ein philosophisch angehauchter Einzelgänger, fliegt seine „Tarnung“ plötzlich zufällig auf. Und Vincent muß mit den Anfeindungen von allen Seiten fertig werden.

Insgesamt also nichts Neues. Aber mal ganz angenehm: In den letzten Jahren wollen uns viele dieser Coming-Out Filme weismachen, daß es total cool und easy wäre, schwul zu sein, und die Umwelt immer überraschend positiv auf ein Coming-out reagiert, weil wir ja sooooo eine aufgeklärte Gesellschaft sind… – Bullshit! – Nach dem Coming Out ist eben mal nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Und das wird hier auch gezeigt. Vincent hat mit recht heftigen Anfeindungen in der Schule und im Schwimmteam zu kämpfen. Nur in der Familie geht’s noch einigermaßen angenehm zu, von seinem Bruder abgesehen.

Es stört nicht weiter, daß es den Film nur im französischen Original mit deutschem Untertitel gibt. Man versteht’s meist auch ohne Worte. Julien Baumgartner in der Rolle des Vincent ist zwar nicht gerade eine klassische männliche Schönheit, erinnert ein bißchen an den frühen Jake Gyllenhaal, aber wenn er lächelt, ist er einfach zum Verlieben. Leider hat er im Film nicht allzu viel zu lächeln.

Kann sicher nicht mit Filmen wie „Beautiful Thing“ und ähnlichen Top Coming-Out Filmen mithalten, muß sich aber auch nicht vergleichen lassen. Kann man sich auf jeden Fall ansehen.

Alles wegen Benjamin!

Brüder – Comme un frère & Far West

comme-un-frere.jpgComme un frére (OmU)

Frankreich, 2005
Regie: Bernard Alapetite & Cyril Legann
Darsteller: Benoit Delieres,
Thibault Boucaux,
Jonny Amaro u.a.

Ausschnitt

Tjaha…. was soll man sagen? Hätte ’ne ganz nette Coming-of-Age Geschichte werden können. Zwar nichts Neues, aber ein ganz solider Anfang: Sebastien kommt aus der Bretagne nach Paris, nistet sich bei seinem Vater ein, zu dem er lange keinen Kontakt hatte, und beginnt, das schwule Leben in der Großstadt zu entdecken. Aber seine Erinnerungen schweifen immer wieder zurück zu seiner Heimatstadt an der Küste und vor allem zu seinem damals besten (scheinbar heterosexuellen) Freund Romain, in den er so sehr verliebt war (Thibault Boucaux ist wirklich extrem goldig, könnte aber etwas Styling vertragen!).

Gerade als er sich langsam an das Großstadtleben gewöhnt hat und auch einen (ebenfalls recht sexy) regelmäßigen Liebhaber findet, erreicht ihn der Anruf seiner Jugendliebe: Romain ist für einige Tage in der Stadt und will sich mit ihm treffen.
Die beiden treffen sich also und ziehen gemeinsam los. – Und hier hätte der interessante Teil der Geschichte beginnen können, wenn nicht… der Film plötzlich nach 50 Minuten zu Ende gewesen wäre.
Was haben die beiden Filmemacher sich dabei gedacht? Hat das Budget für die zweite Hälfte des Films nicht mehr gereicht???

War jedenfalls ein vielversprechender Anfang, der sechs Smileys bekommen hätte. Aber dank des abrupten und sinnlosen Endes einfach nur noch ärgerlich!

far-west.jpg

Far West

Frankreich, 2003
Regie: Pascal-Alex Vincent
Darsteller: Julien Gauthier, Jean Haas u.a.

Doch als Entschädigung gibt’s zumindest noch im Bonus-Programm den Kurzfilm „Far West“: Ricky ist ein junger Großstadtschwuler wie aus einem Joe Phillips Comic. Er verbringt seine Zeit damit, für Musik-Videos Tanzeinlagen einzustudieren. An seiner Seite zwei Lover, die noch schriller sind als er.

Doch dann soll er auf Drängen seiner Mutter einige Tage bei seinem Großvater auf dem Land verbringen. In seiner Kindheit hat er sich dort recht wohl gefühlt, aber jetzt… Einzig der Anblick des Gehilfen seines Großvaters, Jean-Didier, versüßt ihm den Aufenthalt. Als seine beiden Lovers dort überraschend aufkreuzen, wird’s schrill und bunt (erinnert allerdings sehr an „Priscilla“, als die Truppe dort in der Kleinstadt auftaucht)…

15 Minuten reinstes Vergnügen mit nicht sehr überraschender Überraschung am Ende. Schade, daß es nur ein Kurzfilm ist…

Brüder – Comme un frère (OmU)

Heisse Nächte in Manila – Burlesk King

burlesk_king.jpg

Burlesk King (OmU)
Philippinen, 1999
Regie: Mel Chionglo
Darsteller: Rodel Velayo uva.

„Heiße Nächte in Manila“ – Der Titel läßt ja schon ungefähr vermuten, um was es sich bei diesem Film dreht. Eigentlich ist „Burlesk King“ der zweite Teil der Reihe „Macho Dancer“ (der erste heißt „Midnight Dancer“). Meine Erwartungen waren nicht sonderlich groß: Ein paar schöne Philippinos beim spärlich bekleideten Tanzen zu sehen, mehr hatte ich mir davon gar nicht versprochen. Doch ich wurde angenehm(er) überrascht.

Natürlich gibt’s in der Tat jede Menge nacktes Fleisch zu sehen. Über die „Tanzkünste“ der Gogo-Boys kann man sicher streiten, aber schön anzusehen sind die Jungs allesamt. Aber nicht nur, daß die schönen Jungs spärlich bis gar nicht bekleidet lasziv die Hüften kreisen lassen, nein! Es gibt tatsächlich auch noch eine Handlung: James und Harry ziehen gemeinsam nach Manila. Harry will seinen amerikanischen Vater suchen. Der hat ihn als Kind mißhandelt und zur Prostitution gezwungen. Außerdem tötete er Harrys Mutter. Und so will Harry sich an ihm rächen.
In Manila arbeiten Harry und James in einem Nachtclub als Gogo-Tänzer und verdienen sich nebenbei noch Geld mit männlichen und weiblichen Freiern. Harry verliebt sich in die Prostituierte Brenda.

Als er nebenbei noch seinen Vater findet, stellt sich heraus, daß der inzwischen durch Aids nur noch ein Wrack ist. Und so verzichtet Harry auf seine Rache, und erfährt zum Dank, daß seine Mutter gar nicht tot ist. Also macht er sich auf die Suche nach selbiger und findet sie auch bald. Und womit verdient die sich wohl ihr Geld? Genau: Als Prostituierte!

Na, das gibt dann also ein lockeres Familienleben: Mutter, Sohn und Schwiegertochter gehen alle auf den Strich. – Sucht sowas mal in einem amerikanischen Film!

Über die schauspielerische Leistung kann ich überhaupt nichts sagen, denn es ist ziemlich schwer, das bei Philippinos zu beurteilen, wenn man nicht mit dieser Kultur vertraut ist. Gewöhnungsbedürftig ist auf jeden Fall die Sprache, denn den Film gibt’s nur auf Filipino (ein furchtbares Kauderwelsch mit spanischen / portugiesischen und englischen Wortfetzen zwischendurch) mit Untertitel natürlich.

Ansonsten sicher kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber wegen viel Erotik und der ausgequetschten Träne, die ich an einer Stelle vergossen habe, kann man ihn sich zur Fleischbeschau ruhig mal ansehen.

Heiße Nächte in Manila (OmU)