Third Man Out

third-man-out.jpg

Third Man Out (Engl.)

USA / Kanada, 2005
Regie: Ron Oliver
Darsteller: Chad Allen, Sebastian Spence, Jack Wetherall uva.

In „Third man out“ gibt’s nicht nur Chad Allen (zur Erinnerung: Der älteste Sohn von „Dr. Quinn“) öfter spärlich bis gar nicht bekleidet zu sehen, sondern auch noch zahlreiche andere hübsche Männer. Unter anderem auch Porno-Star Matthew Rush als *Tusch bitte!* Porno-Star ‚Dik Steele‘. Und daneben ist dann (allerdings bleibt der angezogen. Danke!) auch noch „Uncle Vic“ aus QAF von den Toten auferstanden.

„Third man out“ ist eine amerikanische TV-Produktion. Was schon etwas verwundert, da es doch von einem schwulen Detektiv (Chad Allen) handelt und mit sehr freizügigen Szenen aufwartet. Die allein machen den Film schon sehenswert.

Gedreht nach dem gleichnamigen Krimi von Richard Stevenson, der leider (noch) nicht auf Deutsch erhältlich ist. Hauptfigur in Stevensons Krimis ist Donald Strachey, der einzige schwule Privatdetektiv in Albany. – Ist leider schon ’ne Weile her, daß ich die Bücher gelesen habe, deshalb kann ich nicht genau sagen, ob Chad Allen die Figur gut trifft.

Kann man sich insgesamt jedenfalls ansehen. – Wird’s aber bei uns wohl keine Gelegenheit dazu geben, es sei denn TIMM erbarmt sich, sobald der Sender mal auf Sendung gehen sollte. Chad Allen macht jedenfalls in Boxershorts und nackt doch (noch) ’ne ziemlich gute Figur. Demnächst ziehe ich mir „Shock to the system“ rein. Außerdem nehme ich vielleicht mal wieder die Bücher in die Hand…

Advertisements

relax… it’s just sex!

relax-its-just-sex.jpgRelax… it’s just sex!

USA, 1998

Regie: P.J. Castellaneta

Darsteller: Jennifer Tilly, Mitchell Anderson, Serena Scott Thomas, Eddie Garcia uva.

Ein illustrer Freundeskreis: Dreh- und Angelpunkt bildet die heterosexuelle Tara (liebenswert dargestellt von Jennifer Tilly), die sich von ihrem Freund ein Kind wünscht. Aber der will lieber ins Ausland. Dessen schwuler Bruder Javi hat gerade erfahren, daß er HIV-positiv ist. Vince, der beste Freund von Tara, ist ein schwuler Schriftsteller und immer auf der Suche nach einer Beziehung. Er verliebt sich in Buzz (ein oberätzender Aids-Dissident), aber der verliebt sich in Javi. Dazu gehört noch das lesbische Pärchen Megan & Sarina, das sich nach neun Jahren Beziehung trennt, weil Megan eine Affäre mit einem Mann begonnen hat. Sarina findet Trost bei Robin, einer niedlichen kleinen Lesbe, die aussieht wie ein Junge. Etwas zu kurz gerät das Bild von Dwight & Diego, einem schwulen Vorzeigepärchen: Beide gutaussehend, durchtrainiert, mit funktionierendem Geschlechtsleben, christlich, harmonisch, langweilig.

Ich glaube, das waren sie alle. – Im Gegensatz zu Winter der Entscheidung ein positives Beispiel für Autorenkino. Witzig-spritzige Dialoge. Liebenswerte Charaktere (alle außer Buzz!).

Alle so schön normal. Gibt viel zu schmunzeln. Aber auch traurige Momente. Auch mal aufwühlend. Mal erotisch. – Alles in allem eine sehr gelungene Mischung.

Auch für Heteros geeignet…
Relax, It’s Just Sex!

Winter der Entscheidung & Ein Kuss im Schnee

winter-der-entscheidung.jpgThe Reception (OmU)

USA, 2005
Regie: John G. Young
Darsteller: Wayne Lamont Sims, Darien Sills-Evans, Pamela Holden Stewart, Margaret Burkwith u.a.

Der schwarze Maler Martin lebt mit der Französin Jeanette in einem idyllischen Landhaus in Connecticut. Zunächst sieht alles nach einer harmonischen Ehe aus. Als Jeanettes Tochter Sierra mit ihrem frischangetrauten Ehemann Andrew aus New York zu Besuch kommt, beginnt die Fassade zu bröckeln: Martin ist in Wahrheit schwul, Jeanette ist Alkoholikerin und von der gesamten Männerwelt enttäuscht. Im Suff tyrannisiert und beschimpft sie Martin, der dennoch zu ihr hält.

Aber auch bei der Tochter ist alles nur Fassade: Andrew ist in Wahrheit ein schwuler Callboy, den sie angeheuert hat, um an das Vermögen ihrer Großmutter zu kommen (das sie nur frühzeitig bekommt, wenn sie verheiratet ist).

Andrew verliebt sich aber in den HIV-positiven Martin. Und am Schluß steht Martin vor der Wahl, ob er bei Jeanette bleibt oder mit Martin in die Großstadt zieht…

Autorenkino. Was soll man mehr sagen? Hat seine schönen und guten Moment, aber insgesamt einfach zu zäh und langweilig. Die Darsteller einer schlechter als der andere (vor allem dieser Andrew). Die Dialoge für die Katz‘. Pluspunkte: Schöne Landschaft und ein wirklich nettes Häuschen mit angenehmer Inneneinrichtung.

Die Produktionskosten lagen angeblich nur bei 5000 Dollar. Dafür ist er dann gar nicht so übel. Aber extra die DVD kaufen? Vielleicht mal ausleihen.

 

 

 

 

kuss-im-schnee.jpg Muß zwar auch nicht unbedingt sein, aber man wird wenigstens mit einem kleinen Extra belohnt: Denn allemal interessanter als der Hauptfilm ist der norwegische Kurzfilm:

„Ein Kuss im Schnee“

Kysset som fikk snøen til å smelte (OmU)

Norwegen, 1997
Regie: Frank Mosvolt

Eine nette, kleine, rührende Coming-of-Age-Geschichte. Einen kleinen Einblick gibt’s hier. Dieser Film befindet sich allerdings auch in der Kurzfilm-Sammlung „Kostbare Augenblicke“.

 

Mysterious Skin

mysterious-skin.jpgMysterious Skin

USA, 2004
Regie: Gregg Araki
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Brady Corbet uva.

Trailer

„Mysterious Skin“ hat es leider nie in die deutschen Kinos geschafft, sondern wurde gleich direkt auf DVD herausgegeben. Die Thematik war wohl zu heikel. Hätte wahrscheinlich auch kein großes Publikum gefunden. Völlig zu Unrecht übrigens!

Erzählt werden zwei parallele Handlungsstränge: Circa 10 Jahre im Leben der beiden Jungen Neil und Brian. Angefangen von ihrem 8. Lebensjahr:

Brian kommt mit blutender Nase im Keller seines Elternhauses zu sich. Ihm fehlt die Erinnerung an die letzten fünf Stunden. Er reimt sich letztendlich zusammen, daß er von Aliens entführt worden ist und widmet sich die nächsten 10 Jahren der Ufologie. Dabei entwickelt er sich zu einem asexuellen, zurückhaltenden Menschen. Erst mit 18 Jahren kommt er dahinter, daß ein anderer Junge aus dem ehemaligen Kinder-Baseball-Team darin verwickelt ist. Er macht sich auf die Suche nach Neil.

Neil ist das genaue Gegenteil. Schon als 8-jähriger wußte er, daß er schwul ist, verliebte sich Hals über Kopf in den Coach jener Baseball-Mannschaft und wurde der beste Spieler. Der Coach pirscht sich langsam an ihn heran, bis er ihn schließlich sexuell mißbraucht. In seinen Teenager-Jahren entwickelt sich Neil zu einem gefühllosen Stricher. Mit 18 – kurz bevor Brian ihn endlich gefunden hätte – zieht er nach New York zu seiner besten Freundin Wendy (ungewöhnlich frühreif: Buffy-Schwester Michelle Trachtenberg). Dort treibt er seine lockeren und gefährlichen Spielchen weiter, bis er schließlich an den Falschen gerät: Nachdem er von einem Freier brutal zusammengeschlagen und vergewaltigt worden ist, fährt er wieder zurück in sein Provinzkaff.

Endlich kreuzen sich nun die Wege von Brian und Neil. Neil schleppt Brian in das verlassene Haus des Trainers. Und dort erzählt er ihm, was wirklich vor 10 Jahren passiert ist. Brians Erinnerungen kehren zurück…

Soviel grob zum Inhalt. Joseph Gordon-Levitt als Neil liefert eine wirklich gute Darstellung. Brady Corbet als Brian kann da nicht mithalten; allerdings gibt seine Rolle auch nicht viel Spielraum her.

Die Story? Nun ja! – Ein bißchen zu viel simple Psychologie für Anfänger. Gerade die Geschichte mit Brian etwas zu plump und lieblos. [Und daß der nach 10 Jahren immer noch die gleiche riesige Brille trägt, die er als Kind getragen hat. Furchtbar! Sexueller Mißbrauch oder Entführung durch Aliens entschuldigt vieles, aber nicht den schlechten Geschmack!] Jedenfalls ist „sowas“ schon etwas komplexer, vor allem was die Gedächtnislücken betrifft.

Sehr gelungen dagegen die Geschichte von Neil; der Übergang von kindlicher Verliebtheit und Bewunderung zum (ungewollten und als unangenehm empfundenen) sexuellen Mißbrauch. Und die anschließende – nicht ungewöhnliche – Entwicklung zum Stricher.

mysterious-skin-2.jpg Der Schluß war sicher nicht überraschend, hat mich aber doch reichlich mitgenommen. Mir liefen noch ’ne Viertelstunde nach dem Abspann die Tränen runter. Das schafft nicht jeder Film! (Und ich schätze, diese Wirkung hat er auch nicht unbedingt auf jeden.)

Ich bin hin und hergerissen, ob ich den Film nun empfehlen soll oder nicht. Ich bin tatsächlich versucht, Betroffenen eher davon abzuraten. Anderen dagegen (gewissen ‚Herren’… ich erinnere da an eine Diskussionsverweigerung beim Thema „Der verlorene Soldat“) würde ich den Film gern ans Herz legen, aber wahrscheinlich würden sie sich nur daran aufgeilen.

Auf jeden Fall einer der besten, sehenswertesten und glaubhaften Filme zu diesem heiklen Thema!

Mysterious Skin