Hairspray

hairspray-kinoposter2.jpgHairspray

USA, 2007
Regie: Adam Shankman
Darsteller: Nikki Blonsky, John Travolta, Michelle Pfeiffer, Christopher Walken, James Marsden, Queen Latifa, Zac Efron u.v.m.

Na, was für ein Theater… supertolle Motown-Musik, die absolut in die Beine geht, und eine tolle Besetzung.

Die Handlung ist aus Jimmys Beitrag über den ersten Film hinreichend beschrieben. Also, was macht die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Hairspray aus?

Natürlich fällt als erstes die Hochglanzoptik ins Auge. Was bei Waters dreckig und versifft ist, ist hier perfekt bis ins letzte Eck ausgeleuchtet und glänzt geradezu in poppigen Farben.
Die einzelnen Rollen haben weit mehr Charakter als noch bei Waters. Gerade „Nebenrollen“ wie Edna Turnblade (John Travolta), Velma van Tussle (Michelle Pfeiffer) oder Motormouthg Maybelle (Queen Latifa) tauchen nicht nur in ein, zwei Szenen auf, sondern haben eine ausführliche Agenda und deutlich mehr Text.

Die Handlung ist etwas stringenter als bei Waters. So wird das Thema Rassendiskriminierung von Anfang bis Ende durchgehalten. Auch wirkt die Rolle der Velma logischer, da sie nun nicht nur die Mutter der Konkurrentin, sondern auch die Managerin des Fernsehsenders ist (die Rolle fiel mit der Doppelrolle von Divine zusammen). Nicht zu vergessen ihre Rassendiskriminierung:

Velma Von Tussle: They’re just kids, that’s why we have to steer them in the white direction.
Corny Collins: [pause] RIGHT direction?
Velma Von Tussle: Isn’t that what I said?

Kurz danach ertönt ihr laszives „(The Legend of) Miss Baltimore Crabs“. Ihre Bösartigkeit ist wirklich einmalig.

Nikky Blonsky ist als Tracey die Entdeckung schlechthin. Die 1988 geborene New Yorkerin hat ein Stimmvolumen, dass die Wände wackeln (Ja sicher, die Technik tut das ihrige dazu, aber es war beeindruckend) und dabei eine Spielfreude, der der von Rikki Lake im Original in nichts nachsteht. Schon mit der Eröffnungsnummer „Good Morning Baltimore“ hat sie die Herzen der Zuschauer gewonnen.

Um auch mal was negatives zu schreiben (klingt ja geradezu nach Lobhudelei): Der Film ist natürlich deutlich kitschiger als im Original. So wanderte der erste Kuss zwischen Tracey und Link weit nach Hinten und vor die Fernsehkameras. Vor allem der Marsch der Negroes hat nichts mehr von dem Mob, den Waters auftauchen lässt, sondern erinnert eher an Martin Luther King als an durchgeknallte Schwarze. Die ein oder andere Träne dürfte im Kino den Taschentuch-Anhängern nicht erspart worden sein. Sowas ist bei Waters ja eher selten der Fall. Ist glaube ich starke Geschmackssache.

Da ja seit Monaten über John Travolta und seine Interpretation der Edna spekuliert wird: Er ist anders als Divine. Ob besser oder schlechter mag ich gar nicht sagen, da Divine eigentlich in dem 88’er Streifen kaum eine tragende Rolle hat. Travoltas Edna dagegen hat die Wohnung seit über 10 Jahren aus Angst vor Ablehnung nicht verlassen. Der wunderbare Satz „Welcome to the sixties“ wird hier zu einem Song, der für Toleranz wirbt. Die Sechziger als Jahrzehnt von Toleranz gegenüber dicken Frauen und Schwarzen – und ja, da es wie schon bei Waters immer um alle Aussenseiter geht – vermutlich auch für Schwule und Lesben.

Für den Filmfreak gibt es ein paar nette Reminiszenzen. Wenn Michelle Pfeiffer mit einer Katze im Arm schnurrt, sieht man Catwoman geradezu vor sich. Auch bei „Miss Baltimore Crabs“ erkennt der geübte Zuschauer die Anmut aus den „Fabelhaften Baker Boys“ wieder. Und als Travolta im Damenfummel die Tanzbewegungen aus „Pulp Fiction“ anspielte, tobte der Saal ohnehin.

Abschliessend seien noch die Cameos erwähnt: Der hierzulande vor allem aus „King of Queens“ bekannte Jerry Stiller durfte im Original Traceys Vater Wilbur (hier Christopher Walken) geben, und taucht in einer Paraderolle als Mr. Pinky auf. Und die erste Tracey Rikky Lake darf einen Talentscout spielen. Die anderen Talentscouts sind übrigens der Komponist Marc Shaiman, der Librettist Scott Wittman und der Regisseur und Choreograf des Films Adam Shankman.

Und natürlich darf einer nicht fehlen: John Waters darf als Flasher in der Eröffnungssequenz den Mantel öffnen^^

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1 Kommentar

  1. […] hab ich jetzt meinen ersten Beitrag für die Kuckuckseier […]


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