Creatures from the Pink Lagoon

creatures-from-the-pink-lagoon.pngCreatures from the Pink Lagoon

USA, 2006
Regie: Chris Diani
Darsteller: Nick Garrison, Lowell Deo, Evan Mosher, John Kaufmann uva.

Trailer

Da tun sich einige schwule Leute zusammen und drehen aus reiner Gaudi einen Film mit einfachsten Mitteln. Und manchmal kommt dabei etwas richtig Gutes heraus. So auch in „Creatures from the Pink Lagoon“.

Wenn auch Jack Arnolds Horrorklassiker „Creature from the Black Lagoon“ namensgebend war, so dreht es sich bei diesen Kreaturen nicht um glibberpfotige Amazonasmonster, sondern ganz einfach um Zombies. Um schwule Zombies. Die können einem zumindest noch die Haare frisieren, bevor sie Dein Hirn fressen.

Die Geschichte spielt im Jahr 1967, als sich die Homosexuellen gerade emanzipieren. Sechs Freunde verbringen ein Wochenende in einem Haus am Meer. Doch in der Nähe ist eine Chemie-Fabrik. Die ließ einige Moskitos mutieren. Und wenn diese die Cruiser auf dem nahegelegenen Parkplatz stechen, verwandeln sich die Gestochenen in Zombies. Und diese Zombies haben es nun auf unsere sechs Feriengäste abgesehen.

Zum Glück bekommen unsere Freunde bald heraus, daß die Zombies allergisch auf billiges Eau de Toilette reagieren. Wie jeder Schwule! Zuletzt muß dann aber doch Judy Garland mal wieder gesanglich herhalten… Aber mehr will ich nicht verraten!

creatures-2.jpgJedenfalls zum Schreien komisch! Natürlich wird jegliche schwule Stereotype auf die Schippe genommen, aber nachdem hier eindeutig Schwule sich selbst auf den Arm nehmen, kann man darüber lachen. Ganz im Gegensatz zu gewissen anderen Filmen, in denen Heteros versuchen, Schwule zu spielen (neuerdings in diesem unsäglich ärgerlichen „Chuck & Larry“). Allein schon wenn Nick Garrison in der Rolle des lieben, aber naiven Phillips anfängt zu Kreischen – und das tut er häufig! – wäre ich jedesmal vor Lachen fast vom Sofa gefallen.

creatures-3.jpgAber auch fürs Auge gibt’s Angenehmes. Sehr ansehnlich vor allem John Kaufmann in der Rolle des Gary („The ‚r‘ is silent!“), einem jungen Surfertypen, der keine Gelegenheit für einen heißen Flirt ausläßt. Und sich bei jeder Gelegenheit das Hemd vom Körper reißt.

Natürlich mit einfachsten Mitteln gedreht, dazu größtenteils noch in schwarz-weiß (als Remineszenz an die Horrorklassiker) und von schauspielerischer Leistung keine Spur. Aber gerade deshalb ungeheuer komisch!

Leider bei uns noch nicht auf DVD erschienen. Bleibt zu hoffen, daß es im Jahr 2008 soweit ist!

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Poltergay

poltergay.jpgPoltergay

Frankreich, 2006
Regie: Eric Lavaine
Darsteller: Clovis Cornillac, Julie Depardieu uva.

Trailer

Es ist schon wieder Halloween. Zeit für schwule Horrorfilme. Aber „Poltergay“ ist ganz und gar nicht gruselig – wenn man mal von gruseliger 70er-Jahr-Mode und -Frisuren absieht…

Der Architekt Marc zieht mit seiner Freundin in eine alte, heruntergekommene Villa. Was sie nicht wissen: Ende der 70er Jahre befand sich dort im Keller eine Schwulendisco. Durch einen Kurzschluß in der Elektronik verbunden mit Nebelmaschinen und sonstigem schwulen Equipment kam es zu einer Explosion, bei der die Besucher ums Leben kamen. Fünf Leichen wurden nie gefunden. Und die sind nun dazu verdammt, auf ewig in der Villa Party zu feiern und zu Boney M’s „Ra.. Ra.. Rasputin“ abzutanzen.

poltergay-2.jpgAls Marc und Emma (gespielt von Gerard-Tochter Julie) in das Haus einziehen, kann allerdings nur Marc die Geister sehen und hören. Doch registriert er zunächst nicht, daß es sich um Geister handelt. Seine Freundin hält ihn für verrückt und schickt ihn zum Psychiater. Dieser redet ihm ein, daß es sich um homoerotische Halluzinationen handelt, auf Grund seiner unterdrückten Homosexualität.

poltergay-disco.jpgDoch die fünf Geister sind eigentlich recht nett. Machen den ganzen Tag Party, bügeln ihm die Wäsche (incl. Bügelfalte in den Jeans!) und helfen ihm letztendlich sogar, seine Freundin zurück zu gewinnen, die ihn in der Zwischenzeit verlassen hatte.

Alles in allem eine recht amüsante französische Komödie. Kein Schenkel-klopf-Humor, eher subtile Untertöne zum Schmunzeln. Auch wenn natürlich die fünf Disco-Huschen aus heutiger Sicht zum Schreien komisch aussehen.

Und Hauptdarsteller Clovis Conillac mit seinem geilen Körper durchaus nett anzusehen! Kein Wunder, daß die Geister ihm nachts die Bettdecke vom nackten Körper ziehen und Polaroidfotos von ihm unter der Dusche schießen…

Kann man sich auf jeden Fall ansehen. Zur Zeit leider nur als teurer UK-Import (Französisch mit englischen Untertiteln) zu haben. Aber am 10.12. soll die DVD auch auf dem deutschen Markt erscheinen. So lange kann man sich durchaus noch gedulden!

 

Boys 2 Men

boys-to-men.jpgBoys to Men
USA, 2001

„Boys to Men“ ist eine Kurzfilmzusammenstellung über vier verschiedene Lebensabschnitte von Schwulen.

1. „Crush“
Regie: Phillip J. Bartell

Der erste Film ist wohl auch gleich der interessanteste: Ein 15-jähriger Junge und ein 12-jähriges Mädchen lernen sich kennen. Haben viele Gemeinsamkeiten. Das Mädchen verliebt sich in den Jungen, aber der Junge gesteht ihr, daß er wohl schwul ist. Nach anfänglicher Enttäuschung betätigt sich das Mädchen als Kupplerin. Mit Erfolg!

Eine rührende kleine Geschichte, die der Autor und Regisseur von „Eating Out 2“ da erzählt. Sehenswert!

2. „The Mountain King“
Regie: Duncan Tucker

Ein junger Mann – ca. 20 – am Strand wird von einem anderen jungen Typen angesprochen. Sie landen in einem Strandhaus, das der andere vorübergehend bewohnt. Er entpuppt sich als Stricher. Die beiden haben Sex und nochmal Sex und zwischendurch wird auf „In der Halle des Bergkönigs“ geravet. Am Ende haut der Stricher in den Klamotten des schüchternen Jungen ab. Ein Rollentausch hat stattgefunden…

Was wollte uns Duncan Tucker – immerhin Regisseur von „Transamerica“! – mit diesem Kurzfilm sagen? Man könnte sicherlich mit Gewalt eine Allegorie auf „Peer Gynt“ herauslesen. Wenn man sich diese Mühe nicht machen will, bleibt’s einfach eine eher sinnfreie Geschichte als Alibi, um zwei durchaus ansehnliche Typen beim Sex zu zeigen. Wer will sich darüber beschweren?

3. „… lost“
Regie: Dan Castle

Beinahe jegliche Story läßt der bislang eher unbekannte Dan Castle in seinem Kurzfilmbeitrag „…lost“ vermissen. Es dürfte wohl der schlechteste der vier Beiträge sein. Hier geht es (fast) nur noch um -ungeschützten – Sex zwischen zwei Typen zwischen 25 und 35. Eher pornographisch. Mit einer Hau-Drauf Moral über die Einsamkeit nach einem One-Night-Stand, anonymen und ungeschützten Sex. Wirkt dadurch eher wie ein erotischer Aids-Aufklärungs-Spot und ist entsprechend und erfreulich kurz.

4. „The Confession“
Regie: Carl Pfirman

Der letzte Film der Reihe dagegen wieder durchaus sehenswert: Es geht um ein altes schwules Paar. Der eine davon schwer krank. Im Angesicht des Todes wird er plötzlich wieder religiös und will vor einem katholischen Priester eine Beichte ablegen. Sehr zum – verständlichen! – Verdruß seines Partners. Ironischerweise ist der Priester ein junger gutaussehender Mann. Ausgerechnet er verkörpert die reaktionäre Haltung der (katholischen) Kirche gegenüber Homosexuellen. Caesar, der skeptische Partner, wird durch die Rückkehr seines Geliebten „in den Schoß der Kirche“ ins Abseits gedrängt. Und dennoch – oder gerade deshalb – finden die beiden dann doch wieder zusammen.

Ein wirklich sehenswerter Kurzfilm, den Regieneuling Carl Pfirman hier vorgelegt hat. Vor allem Tom Fitzpatrick als Caesar ist sehr amüsant und liefert eine gute schauspielerische Leistung ab.

 

Fazit: Von „…lost“ mal abgesehen kann man sich diese Sammlung durchaus zu Gemüte führen.

Hat Brokeback was verändert?

Entertainment Weekly meint nein.

Seit „Brokeback“ gab es kaum einen nennenswerten schwulen Mainstream Film mehr. Dagegen wird das amerikanische Fernsehen immer schwulenfreundlicher. Sehr spannender Artikel!

Im Himmel ist die Hölle los

imhimmelistdiehollelos.jpgIm Himmel ist die Hölle los

Deutschland, 1984
Regie: Helmer von Lützelburg
Darsteller: Billie Zöckler, Dirk Bach, Barbara Valentin, Ralph Morgenstern, Cleo Kretschmer, Walter Bockmayer uva.

 

Die kleine Mimi Schrillmann (Billie Zöckler) ist total vernarrt in den Moderator Willi Wunder (Dirk Bach). Dann soll zufällig die nächste Quiz-Show („Wie hieß Albert Schweitzer mit Vornamen?“ – „Äh, Helmut?“) in Mimis Heimatort Käseburg stattfinden. Als Willis Assistentin Beate dort rein zufällig vom Dach des Hotels gefallen wird und deshalb eine neue Assistentin gesucht wird, wittert Mimi ihre große Chance. Aber ihre Mutter (Barbara Valentin) ist dagegen; hat sie doch wegen ihrer Tochter ihre Karriere als Eiskunstläuferin aufgeben müssen und fristet nun ihr Dasein als Klofrau. Da soll wenigstens ihre völlig unbegabte Tochter eine Karriere als Eiskunstläuferin durchziehen… (die Trainerin wird gespielt von Clementine! Kennt die noch jemand?)

Also, man nehme die schlechtesten Schauspieler Deutschlands, billigstes Equipment, eine hirnrissige Story, etliches zitierbares Material, nette Songs – und heraus kommt deutscher Trash vom Feinsten! Vor über 20 Jahren zum ersten Mal gesehen und noch immer so kultig schlecht, daß man aus dem Lachen einfach nicht mehr heraus kommt. Übertroffen nur noch durch Bockmayers „Geierwally“.

Sehenswert natürlich vor allem wegen solcher Welthits wie „Ich bin eine Zitrone!“ oder „Müssen, müssen, müssen Tränen sein?“, die man nach der Sichtung noch tagelang vor sich hin trällert.

Man liebt diesen Film oder man haßt ihn. Dazwischen gibt’s nichts. Aber ich sage: Anschauen!

Stonewall & Riot

stonewall-riot.jpgStonewall & Riot

USA, 2006
Buch & Regie: Joe Phillips

Eigentlich sollten auf dieser Seite keine Pornos besprochen werden, aber bei diesen Film machen wir mal eine Ausnahme. 1. Weil es sich um einen animierten Film handelt. 2. Weil er von Joe Phillips stammt, einem meiner liebsten Comic-Zeichner. Und 3. weil er wirklich lustig ist!

Nach seinem Film-Debut „House of Morecock“ schuf Joe Phillips im Jahr 2006 den einstündigen Animationsfilm mit den Superhelden „Stonewall“ und „Riot“.

Es ist ein ehernes Gesetz: Superhelden haben keinen Sex! Sehr zum Leidwesen von fast allen Schwulen. Denn welcher Schwule verbindet nicht früheste erotische Phanatasien mit Comicfiguren? Wo sonst konnte man schon athletische, gutaussehende Männer mit enganliegenden Klamotten und dicken Beulen in der Hose so offensichtlich anschmachten, ohne Verdacht zu erregen? Und wer konnte sich in seiner Kindheit nicht mit dem Doppelleben und der „geheimen Identität“ seiner Helden identifizieren? Aber leider, leider, leider: Sex hatten die nie! Schon gar nicht untereinander. (Nun ja, für „Batman & Robin“ würde wohl keiner die Hand ins Feuer legen…)

Ganz anders in „Stonewall & Riot“. – Die Geschichte recht simpel: In Eros-City erfindet der geniale Erfinder Dr. Van Fockingcock eine Orgasmuskanone, die zu ungeahnten Orgasmen führt. Er testet sie gerade mit seinem jungen, blonden Assistenten aus, als die fiese Obertunte „French Tickler“ auftaucht, die Kanone klaut und den Dr. entführt.

Stonewall (der erwachsenere der beiden Superhelden) und Riot (sein junger Gehilfe, Marke ‚Surferboy‘, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat) werden beauftragt, Dr. Van Fockingcock zu finden. Und so vögeln sie sich durch die gesamte fiese Unterwelt von Eros-City. Angefangen bei „Polecat“polecat.jpg, einem jungen, gutaussehendem Fiesling mit Raubkatzenschwanz, der beim Sex so angenehm schnurrt, über „Dr. Cockopolis“, einem Bösewicht mit mehreren Tentakelschwänzen (Dr. Octopus läßt grüßen!) bis zu einer Orgie mit einem ganzen Syndicat („Dr. Probe“, „Dr. Analconda“, „Dr. Prophylactis“, „Straight Boy“ – der ist cool! -, „Bondage Fairy“ usw. – Die Namen sind Programm!). Nur von „Vulva“ lassen sie die Finger. Verständlich… Schließlich finden unsere Superhelden doch noch den French Tickler, der singend von seiner traumatischen Vergangenheit erzählt, dann ordentlich übers Knie gelegt und schließlich geläutert wird.

Die zeichnerischen Vorlagen von Joe Phillips sind hervorragend. Die CGI-Animation dagegen nicht das Gelbe vom Ei, vor allem nicht in den Sexszenen. Aber wenn diese besser wären, wäre es tatsächlich Porno pur!

Meine liebste Szene: Als sich Stonewall und Riot schnell im Kreis drehen, um sich in die Superhelden zu verwandeln. Und dann feststellen, daß sie sich in die verkehrte Richtung gedreht haben und Frauenoutfits tragen.
Stonewall: „Wie müssen in Zukunft daran denken, uns entgegen dem Uhrzeigersinn zu drehen!“
Riot: „Können wir das an Halloween nochmal machen? Nur zu Halloween? Biiiii-tttteeeee!“

Leider momentan noch nicht auf dem europäischen Markt zu haben, soweit ich das sehe. Allerdings hat Bruno Gmünder die Vermarktungsrechte. Kann also nicht mehr allzu lange dauern! In der Zwischenzeit schon mal Trailer herunterladen und sich bei Joe Phillips etwas umschauen.

 

 

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