Hedwig and the angry Inch

hedwig_and_the_angry_inch.jpgHedwig and the angry Inch (OmU)

USA, 2001
Buch & Regie: John Cameron Mitchell
Darsteller: John Cameron Mitchell, Michael Pitt uva.

Trailer

Eines der kultigsten Musicals der Neuzeit und trotzdem leider bei uns relativ unbekannt: Hedwig and the Angry Inch.

Eher Drag-Queen als Transsexuelle tingelt Hedwig mit ihrer Rockband durch die Lande, tritt in kleinen Clubs, Cafes, Waschsalons etc. vor desinteressiertem Publikum auf und reist dem gefeierten Rockstar Tommy Gnosis hinterher, der einige ihrer Lieder gestohlen hat.

In Liedern und Rückblenden wird Hedwigs Leben erzählt: Wie sie als „Hansel“ in Ost-Berlin in den 60er Jahren aufgewachsen ist. Dort hat der androgyne Junge seine Liebe zur Musik entdeckt und heimlich West-Radio gehört. Ein amerikanischer G.I. verliebt sich in ihn, nachdem er ihn zunächst für ein Mädchen gehalten hat. Um ihn aus der DDR herauszubekommen, will er ihn heiraten, was aber erst nach einer Geschlechtsumwandlung möglich ist, die ihm der Sugar-Daddy und seine eigene Mutter mehr oder weniger aufdrängen. Die Operation durch einen Pfuscher geht total in die Hose („When I woke up from the operation, I was bleeding down there […] It’s my first day as a woman. – Already it’s that time of the month! […] Where my Penis used to be and my vagina never was. It was an one inch mound of flesh.“ in „Angry Inch„) und übrig bleibt ein kleiner Fleischklumpen zwischen ihren Beinen.

Der Sugar-Daddy nimmt sie mit in die Staaten, wo sie in einem Trailer-Park leben. Ausgerechnet am Tag des Mauerfalls verläßt er Hedwig wegen eines geilen jungen Typen. Aber sie läßt sich nicht unterkriegen, freundet sich mit einem Nachbarsjungen an, dem sie sicheres Auftreten und Singen beibringt. Prompt wird der mit ihren Liedern ein gefeierter Rockstar…

1998 als Off-Broadway-Musical auf der Bühne gelandet, 2001 von John Cameron Mitchell persönlich verfilmt. – Multitalent Mitchell (Shortbus) schrieb nicht nur die Texte zur Musik von Stephen Trask (u. a. Star Camp), sondern schrieb auch das Drehbuch, führte Regie und spielt die Hauptrolle.

Herausragend vor allem die Kostüme, die Bühnenshows und natürlich die Musik, deren Spektrum von Country über Punkrock bis hin zu Balladen reicht.

Einziger Kritikpunkt von meiner Seite: Obwohl Mitchell einige Zeit in Berlin lebte, hat er geschichtlich wohl einiges durcheinander gebracht. Oder wie ist es zu erklären, daß Hansels Vater angeblich ein amerikanischer G.I. gewesen sein soll, der in den 60er Jahren seine Mutter schwängerte und sich dann verabschiedete? Und wie kommt ein weiterer amerikanischer G.I. in den 80er Jahren in die DDR? Auch Musikgeschichtlich ist nicht alles beim Reinen… – Aber wollen wir mal ein Auge gegenüber dieser Geschichtsignoranz der Amerikaner zudrücken. Die positiven Aspekte des Films überwiegen bei weitem!

Leider ist der Film bei uns noch nicht auf DVD erschienen. Nur als überteuerter UK-Import erhältlich. Lieber abwarten, ob er nicht doch irgendwann auf dem deutschen Markt erscheint. Empfehlenswert aber auf jeden Fall der Soundtrack, den’s auch mal günstiger gibt, wenn man sich umschaut. Leider ist mein Favorit „Midnight Radio“ nicht auf dem Soundtrack. Ansonsten mal bei YouTube etwas umsehen. Lohnt sich!

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