Besser geht’s nicht

besser_gehts_nicht.jpgAs good as it gets

USA, 1997
Regie: James L. Brooks
Darsteller: Jack Nicholson, Helen Hunt, Greg Kinnear uva.

Malvin ist ein erfolgreicher Schriftsteller, aber auch Zyniker und Zwangsneurotiker: Fugen in Fliesen sind tabu. Für jedes Händewaschen (und das nicht zu selten) ein neues Stück Seife. Der Hund des schwulen Nachbarn landet schon mal im Müllschlucker, weil er ins Treppenhaus gepinkelt hat (der Hund! Nicht der Nachbar!). Im Restaurant immer am gleichen Tisch sitzen und mit dem eigenen mitgebrachten sterilen Plastikbesteck essen. Immer von der gleichen Kellnerin – Carol – bedient werden. Und Haßtiraden gegen Schwule, Schwarze, Juden und sonstige Minderheiten von sich geben.

Sein durchorganisiertes Leben nach festen Regeln ändert sich schlagartig: Sein schwuler Nachbar Simon wird zusammengeschlagen und liegt im Krankenhaus; Simons Agent und Freund zwingt Malvin, in der Zwischenzeit auf den Hund aufzupassen. Kommt noch erschwerend hinzu, daß Carol plötzlich nicht mehr zur Arbeit erscheint, weil sie sich um ihren lungenkranken Sohn kümmern muß und eine Arbeit sucht, die näher an ihrer Wohnung liegt. Zunächst aus eigennützigen Interessen bezahlt Malvin einen teuren Spezialisten, der sich um Carols Sohn kümmert.

Als er dann auch noch mehr oder weniger dazu erpreßt wird, den pleitegegangenen Simon quer durch die Staaten zu dessen Eltern zu fahren, damit der sie um Geld bitten kann, und Carol die beiden begleitet, ändert Malvin nach und nach sein Leben und läßt andere Menschen (und Hunde) an sich heran…

Eine typische feelgood-Komödie aus Hollywood. Aber trotzdem immer wieder schön anzuschauen. Das liegt vor allem an den hervorragenden schauspielerischen Leistungen. Die Rolle des Malvin wirkt wieder einmal, als wäre sie Jack Nicholson auf den Leib geschneidert worden; aber so wirkt er eigentlich in jeder Rolle. Nicht umsonst haben er und Helen Hunt für ihre Darstellung den Oscar erhalten.

Leider ging der nominierte Greg Kinnear leer aus, obwohl er in der Rolle des schwulen Künstlers Simon den anderen beiden in nichts nachsteht. Vor allem wird die Schwulenthematik nicht nur nebensächlich abgehandelt und die Geschichte von Simon ist fast gleichrangig zur Geschichte von Malvin und Carol, so daß „Nebenrolle“ eigentlich untertrieben ist.

Auf jeden Fall eine nette Komödie, die ohne dogmatischen Zeigefinger sondern schlichtweg durch ihre Normalität des Exzentrischen für mehr Toleranz und Akzeptanz von Außenseitern der Gesellschaft wirbt. Genau das Richtige für kuschelige lange Winterabende!

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