Deep End – Trügerische Stille

deep-end.jpgThe Deep End

USA, 2001
Regie: Scott McGehee, David Siegel
Darsteller: Tilda Swinton, Goran Visnjic, Jonathan Tucker uva.

Trailer

Eine Mutter und Hausfrau findet heraus, daß ihr 17-jähriger Sohn schwul ist und ein Verhältnis mit einem 30-jährigen Club-Besitzer hat. Sie will, daß der Liebhaber sich von ihrem Sohn fern hält, versucht es auch mit Bestechung. Noch in der gleichen Nacht besucht der Lover ihren Sohn. Es kommt zu einem Streit. Am nächsten Tag findet die Mutter die Leiche des Liebhabers am Bootshaus. Im Glauben, ihr Sohn hätte ihn umgebracht, versucht sie die Leiche loszuwerden und versenkt sie im See. Doch dann taucht ein mysteriöser Typ auf, der versucht mit einem Sexvideo von ihrem Sohn und dessen Lover 50.000 Dollar von ihr zu erpressen…

Im Prinzip ein netter kleiner Thriller, was er vor allem der hervorragenden Leistung von Tilda Swinton verdankt. Diese verkörpert eine Mutter, welche trotz der angespannten Situation versucht, ihren täglichen hausfraulichen Verpflichtungen nachzukommen. Trotz etlicher Logikfehler (Warum versenkt sie die Leiche in einer Bucht mit kristallklarem Wasser? Warum nicht in der vermutlich tieferen Mitte des Sees? Warum darf der Sohn noch Auto fahren, obwohl er doch kurz davor betrunken einen Unfall gebaut hat? Warum läßt sie sich überhaupt mit einem Sexvideo erpressen, wenn klar ist, daß der Lover etliche Liebhaber hatte und das Video selbst rein gar nichts aussagt? Wieso ist das blaue Auge des Sohnes zwei Tage später schon verheilt? etc.) ist er in der ersten Stunde recht spannend. Doch dann ist plötzlich die Luft raus, als der Erpresser (jung und süß und leider nicht schwul: Goran Visnjic) die Seiten wechselt.

Die Landschaft am Lake Tahoe ist einfach atemberaubend und macht den Film allein schon sehenswert. Und wenn man bedenkt, daß die Produktionskosten lediglich 3 Millionen Dollar betrugen, bekommt man für dieses Geld doch einen recht soliden Film.

Nach dem Roman von Elisabeth Sanxay Holding drehte der saarländische Regisseur Max Ophüls bereits 1949 den Film „Schweigegeld für Liebesbriefe“. In der Vorlage handelte es sich allerdings bei der Leiche noch um den Liebhaber der Tochter. Warum man daraus nun den männlichen Liebhaber des schwulen Sohnes gemacht hat, erschließt sich nicht weiter. Denn im Jahr 2001 dürfte das auch nicht mehr allzu viel Aufsehen erregt haben. Überhaupt wird die Homosexualität des Sohnes, die eigentlich Ausgangspunkt des ganzen Dramas sein soll, im weiteren Film viel zu wenig thematisiert. Nett anzusehen war immerhin noch der kurze Ausschnitt aus dem Sexfilmchen. Der hätte nach meinem Geschmack ruhig noch etwas länger gezeigt werden können.

Ansonsten kann man sich den Film durchaus mal ansehen, muß ihn aber auch nicht unbedingt gesehen haben. Wer schwule Thematik erwartet, wird auf jeden Fall enttäuscht werden.

Sein eigenes Urteil bilden kann man

in der Nacht von Samstag, 22.12., auf Sonntag, 23.12.2007

im ZDF

um 0.45 Uhr

 

 

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