Gaydar

gaydar.jpgGaydar

USA, 2002
Buch & Regie: Larry LaFond
Darsteller: Terry Ray, Bryan Datillo, Jennifer Echols u.a.

 Randy (!), ein schwuler Büroangestellter, ist total vernarrt in einen gutaussehenden jüngeren Kollegen. Es gehört zur täglichen Routine, mit seiner Arbeitskollegin über dessen sexuelle Ausrichtung zu spekulieren. Als er bei einem Yard-Sale einen „Gaydar“ findet – also ein schwules Radargerät in Pistolenform -, sieht er seine Chance auf Aufklärung der großen Frage gekommen…

Ein wunderbar schwuler kleiner Film für Zwischendurch voller schwuler Klischees. Aber witzig und pointiert umgesetzt. Die 20 Minuten sollte man auf jeden Fall mal investieren, wenn einem das Filmchen über den Weg läuft!

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Baby Steps

baby-steps.gifBaby Steps

USA, 1999
Buch & Regie: Geoffrey Nauffts
Darsteller: Geoffrey Nauffts & Kathy Bates

Robert, ein schüchterner Mann Mitte 30, kommt in eine Adoptionsagentur und will ein Baby adoptieren. Im inquisitorischen Gespräch mit der Agenturleiterin stellt sich nach einigen Minuten heraus, daß er schwul ist und sein Lebensgefährte vor kurzem an Aids gestorben ist. Die Frau versucht das Gespräch schnell zu beenden und will ihn mit einigen Papieren abwimmeln, doch Robert gibt nicht so leicht auf…

Ein 19-minütiges Kammerspiel, das hauptsächlich von der großartigen schauspielerischen Leistung der beiden Darsteller lebt. Dabei geht es nicht nur um die Schwierigkeiten, die Schwule bei der Adoption haben (die einzige Chance für Robert wäre die Adoption eines HIV-infizierten Kindes oder eines behinderten Kindes aus dem Ausland) und den Kampf gegen vorschnelle Urteile, sondern „Baby Steps“ ist gleichermaßen ein Film, der Mut machen will. Mut, auch scheinbar ausweglose Vorhaben in die Tat umzusetzen, anzugehen, es zumindest zu versuchen, egal wie gering die Chancen auf Erfolg sind. Nicht umsonst endet der Film mit einer wunderschönen Chor-Fassung von „How high the moon…“

Boys Grammar

boys-grammar.jpgBoys Grammar

Aus, 2005
Regie: Dean Francis

Trailer

Gareth ist Schüler an einer elitären Privatschule in Australien. Offensichtlich ist er in seinen Mitschüler Nick verliebt. Der sendet entsprechende Signale, daß er die Gefühle erwidert. Aber als er beim Umkleiden nach dem gemeinsamen Schwimmen in Gareth‘ Sachen einen Bildband mit nackten Männern findet, entlarvt er ihn als Schwulen und stachelt seine Kumpels auf. Zu fünft vergewaltigen sie gemeinsam Gareth mit einem Holzdildo. Gareth will von der Schule abgehen, doch sein Vater – nach dem Motto „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker!“ – besteht darauf, daß er auf der Schule bleibt und eben solche „Lektionen fürs Leben“ lernt. Zu allem Überfluss lädt er auch noch Nick zum Abendessen ein. Schließlich geht Gareth auf Nick los, verprügelt ihn und dann liegen sie sich in den Armen…

Hm, ein sehr verwirrender und verstörender Film. Mein erster Gedanke war „Hä?!?“. Mein zweiter Gedanke: „What the fuck???“ – Aber nach nochmaliger Betrachtung und ein bißchen Recherche über die Hintergründe, bekommt der knapp 8-minütige Kurzfilm doch einen Sinn. – Er beruht auf einer wahren Begebenheit; eigentlich wahrscheinlich auf vielen wahren Begebenheiten, aber einer ganz besonders: In der Trinity Grammar School in New South Wales wurde vor einiger Zeit ein Fall bekannt, bei dem 10 Schüler einen Mitschüler terrorisierten und mit einem großen hölzernen Dildo, den sie im Werkunterricht extra für diesen Zweck angefertigt hatten, mehrfach vergewaltigten. Obwohl Lehrer Bescheid wußten, wurde nichts dagegen unternommen. Erst auf Druck der Medien wurden drei der Täter von der Schule geworfen und die Schule auf Wiedergutmachung verklagt.

So wie in diesem Fall werden tagtäglich Schüler an solchen Privatschulen drangsaliert, sexuell bedrängt und vergewaltigt. Von Lehrern und Eltern – die oft selbst Schüler solcher Schulen waren – wird dies stillschweigend geduldet. So steigert sich nach der Vergewaltigung die Brutalität des Films noch durch die Ignoranz und Gefühllosigkeit des Vaters, der die Gewalt gegen seinen eigenen Sohn als wichtigen Schritt zum Erwachsenwerden hinnimmt, wenn nicht gar unterstützt. Er hat eigentlich kein Problem mit der Homosexualität seines Sohnes, sondern eher mit der Furcht, der Junge könnte verweichlicht sein. Männliche Sexualität darf sich nur in Aggression und Gewalt ausdrücken. Und so wird letztendlich auch toleriert, daß der Sohn schließlich auf seinen Vergewaltiger einprügelt und die Szene dann in einer tröstenden, liebevollen bis sinnlichen Umarmung zwischen Täter und Opfer endet. Wobei die Frage offen gelassen wird, ob damit der Kreislauf der Aggressivität durchbrochen wird oder ob Gareth letztendlich in den (aggressiven) Kreis der „Erwachsenen“ aufgenommen ist.

Jedenfalls sind es acht Minuten Film, die noch einige Stunden zum Nachdenken anregen!

Available Men

available-men.jpgAvailable Men

USA, 2006
Buch & Regie: David Dean Bottrell
Darsteller: Brian Gattas, Jack Plotnick, Richard Rucolo, Kostas Sommer

David Dean Bottrell hat in 15 Minuten einen kompakte Geschichte verpackt. So sollten Kurzfilme sein! – Ein aufstrebender junger Autor soll einen neuen Agenten treffen, der ihm ein lukratives Angebot machen will. Und ein schüchterner junger Künstler hat ein Blind-Date. Blöderweise haben sich alle in der gleichen Bar verabredet. Und sie heißen auch noch ähnlich. Prompt kommt es natürlich zur Verwechslung: Der Agent macht dem schüchternen Künstler ein lukratives Angebot, das diesen entsetzt. Und der junge Schriftsteller tritt dem anderen Liebessuchenden gegenüber sehr fordernd auf.

15 Minuten Spaß, der wegen der Doppeldeutigkeiten nur auf Englisch angesehen werden darf!

Ein Sommerkleid

sommerkleid-2.jpgUne robe d’été

Frankreich, 1996
Regie: Francois Ozon
Darsteller: Frédéric Mangenot, Sébastien Charles, Lucia Sanchez

 

Der sexuell noch orientierungslose, aber extrem süße Luc verbringt die Ferien mit seinem schwulen Freund Sebastien am Meer. Während Sebastien zur französischen Version von „Bang Bang“ tanzt, will Luc eigentlich nur seine Ruhe haben. Schließlich verzieht er sich an den Strand, wo er – scheinbar ganz allein – sich nackt sonnt.
Aber dann kommt Lucia und baggert ihn unverhohlen an. Lädt ihn ein, im nahe gelegenen Wäldchen eine Nummer zu schieben. Währenddessen werden Lucs Klamotten am Strand gestohlen, so daß ihm nichts anderes übrig bleibt, als in einem geliehenen Sommerkleidchen von Lucia zurück zum Ferienhaus zu fahren. Dort findet sein Freund Gefallen an Lucs Aufmachung, und sie treiben es gleich an Ort und Stelle (in der Küche).
Am nächsten Tag will Luc das Kleid Lucia – die kurz vor ihrer Abfahrt steht – zurück bringen. Aber sie schenkt ihm das Kleidchen…

 

Nun, was will dieser 15-minütige Kurzfilm dem unbedarften Zuschauer sagen? Man könnte sicherlich einiges hineininterpretieren. Zum Beispiel darüber, die sexuelle Orientierung zu finden. Oder über die Metamorphose des anfangs eher femininen Freundes zum sexgeilen Macho. Oder über schwule Emanzipation hervorgerufen durch den Fummel….

Ooooooooder man genießt einfach ein Viertelstündchen lang die sexuelle Freizügigkeit des Filmchens und den Anblick von zwei wirklich süßen Jungs!

Cowboy forever (OmU)

cowboy-forever.jpgCowboy forever

Frankreich/Brasilien, 2006
Regie: Jean Baptiste Erreca
Darsteller: Machado de Figueiredo, Carlos de Araujo u.a.

Zitat aus der Filmbeschreibung: „Heißer als die Mittagssonne, härter als ein Rodeoritt und natürlich glühender als der Sonnenuntergang am Horizont. ‚Cowboy Forever‘ zeigt die wilde und sexy Seite der brasilianischen Gauchos, ganz ohne Vorurteile und mit viel Respekt.“

Na, das klingt doch nach einer Menge Spaß! Leider weiß ich nicht, welchen Softporno der Promoter sich da angeschaut hat!? „Cowboy forever“ war’s jedenfalls nicht!

cowboy-forever2.jpgEs gibt allerdings in der Tat Schönes zu sehen. Zwar nicht unbedingt in Form von nacktem Männerfleisch – wie Beschreibung und Promo-Bildchen uns das versprechen -, dafür aber in Form wunderschöner Naturaufnahmen. Dazu lädt die brasilianische Steppe auf jeden Fall ein.

Die semidokumentarische (Kurz-)Geschichte wird aus der Sicht von Govinda erzählt, einem jungen brasilianischen Goucho. Als einziger Junggeselle in der Horde Cowboys fühlt er sich sehr einsam. Dann kommt Jones, ein neuer Cowboy (mit entsetzlichen O-Beinen – nach einem schweren Unfall hätten sich die Beine der Form seines Pferdes angepaßt) zur Rotte. Govindas anfängliche Bewunderung schlägt langsam in Liebe um. Aber obwohl Jones ihn mit einem schwulen Tierarzt bekannt macht, der Govinda zum ersten Mal in seinem Leben mit der schwulen Welt in Berührung bringt (und da folgt ein kleiner „Werbespot“ für GayBonito – eine brasilianische Schwulen- und Lesbenorganisation), ist er selbst nicht schwul.

Govinda verzweifelt schier. Zum einen wegen der unerwiderten Liebe, zum anderen wegen der Entdeckung seiner eigenen Homosexualität. Doch schließlich zeigen ihm seine Comrades auf ihre Art, daß sie ihn so akzeptieren wie er ist. Seine Liebe zu Govinda endet in einer tiefen Freundschaft und sein schwules Glück findet er anderweitig.

Erfreulich kurz. Nur 27 Minuten dauert dieser Film. Und über diesen Zeitraum kann man ihn auch genießen. Er ist nicht schlecht erzählt, es gibt einige schöne Aufnahmen, aber das große erotische Prickeln, das uns das Promotionsbildmaterial verspricht, stellt sich nicht ein. Möglicherweise befindet sich das in dem umfangreichen Bonusmaterial, das immerhin fast dreimal so lang ist wie der Hauptfilm?

Fazit: Man muß die 9,95 € für diese im November erschienene DVD nicht unbedingt ausgeben.

Boys 2 Men

boys-to-men.jpgBoys to Men
USA, 2001

„Boys to Men“ ist eine Kurzfilmzusammenstellung über vier verschiedene Lebensabschnitte von Schwulen.

1. „Crush“
Regie: Phillip J. Bartell

Der erste Film ist wohl auch gleich der interessanteste: Ein 15-jähriger Junge und ein 12-jähriges Mädchen lernen sich kennen. Haben viele Gemeinsamkeiten. Das Mädchen verliebt sich in den Jungen, aber der Junge gesteht ihr, daß er wohl schwul ist. Nach anfänglicher Enttäuschung betätigt sich das Mädchen als Kupplerin. Mit Erfolg!

Eine rührende kleine Geschichte, die der Autor und Regisseur von „Eating Out 2“ da erzählt. Sehenswert!

2. „The Mountain King“
Regie: Duncan Tucker

Ein junger Mann – ca. 20 – am Strand wird von einem anderen jungen Typen angesprochen. Sie landen in einem Strandhaus, das der andere vorübergehend bewohnt. Er entpuppt sich als Stricher. Die beiden haben Sex und nochmal Sex und zwischendurch wird auf „In der Halle des Bergkönigs“ geravet. Am Ende haut der Stricher in den Klamotten des schüchternen Jungen ab. Ein Rollentausch hat stattgefunden…

Was wollte uns Duncan Tucker – immerhin Regisseur von „Transamerica“! – mit diesem Kurzfilm sagen? Man könnte sicherlich mit Gewalt eine Allegorie auf „Peer Gynt“ herauslesen. Wenn man sich diese Mühe nicht machen will, bleibt’s einfach eine eher sinnfreie Geschichte als Alibi, um zwei durchaus ansehnliche Typen beim Sex zu zeigen. Wer will sich darüber beschweren?

3. „… lost“
Regie: Dan Castle

Beinahe jegliche Story läßt der bislang eher unbekannte Dan Castle in seinem Kurzfilmbeitrag „…lost“ vermissen. Es dürfte wohl der schlechteste der vier Beiträge sein. Hier geht es (fast) nur noch um -ungeschützten – Sex zwischen zwei Typen zwischen 25 und 35. Eher pornographisch. Mit einer Hau-Drauf Moral über die Einsamkeit nach einem One-Night-Stand, anonymen und ungeschützten Sex. Wirkt dadurch eher wie ein erotischer Aids-Aufklärungs-Spot und ist entsprechend und erfreulich kurz.

4. „The Confession“
Regie: Carl Pfirman

Der letzte Film der Reihe dagegen wieder durchaus sehenswert: Es geht um ein altes schwules Paar. Der eine davon schwer krank. Im Angesicht des Todes wird er plötzlich wieder religiös und will vor einem katholischen Priester eine Beichte ablegen. Sehr zum – verständlichen! – Verdruß seines Partners. Ironischerweise ist der Priester ein junger gutaussehender Mann. Ausgerechnet er verkörpert die reaktionäre Haltung der (katholischen) Kirche gegenüber Homosexuellen. Caesar, der skeptische Partner, wird durch die Rückkehr seines Geliebten „in den Schoß der Kirche“ ins Abseits gedrängt. Und dennoch – oder gerade deshalb – finden die beiden dann doch wieder zusammen.

Ein wirklich sehenswerter Kurzfilm, den Regieneuling Carl Pfirman hier vorgelegt hat. Vor allem Tom Fitzpatrick als Caesar ist sehr amüsant und liefert eine gute schauspielerische Leistung ab.

 

Fazit: Von „…lost“ mal abgesehen kann man sich diese Sammlung durchaus zu Gemüte führen.