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Mal ein bißchen Werbung zwischendurch. Und zwar aus einer französischen Kondome-schützen-Kampagne.

Zwar schon älter und mehrfach in Blogs zu finden, aber immer wieder schön anzusehen:

Auch die Heteroversion mit dem Motto „Auf was auch immer Du stehst – schütze Dich!“ finde ich nicht schlecht:

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queer blog-a-thon

Queering the apparatus hat einen Blog-A-Thon über schwule Filme ins Leben gerufen.

Ein paar der Texte (vor allem Queering Disney) sind grandios. Also auf jeden Fall mal einen Blick wert:-)

Hat Brokeback was verändert?

Entertainment Weekly meint nein.

Seit „Brokeback“ gab es kaum einen nennenswerten schwulen Mainstream Film mehr. Dagegen wird das amerikanische Fernsehen immer schwulenfreundlicher. Sehr spannender Artikel!

Links

Frauenfeindlich?

newsweek fragt, ob Männer in Drag frauenfeindlich wäre.

Tyler Perry’s Madea, Eddie Murphy’s Rasputia and Travolta’s Edna, on the other hand, never appear on screen as men. So why not just cast a woman in the roles in the first place—Rosie O’Donnell would have made a great Edna. „It seems not only are we to be made fun of and demeaned in films, but we are also being put out of work,“ says writer Jill Nelson. „If Martin and Eddie can dress up and be us, why do the studios need to make an effort to hire black women? It’s like they’re killing us two ways.“

Der Artikel nimmt ganz klar Bezug auf Travolta als Edna und Eddie Murphy in Norbit. Also speziell Filme, in denen die Schauspieler in der fiktionalen Ebene tatsächlich Frauen sind. Das ist natürlich ein anderes Konzept als in Tootsie oder Some like it hot.

Ich finde die Frage in soweit berechtigt, als das Drag im heutigen Gebrauche eine Parodie von Gendertypischen Frauen darstellt. Das ist berechtigt, und macht Spaß. Aber der Unterschied zwischen Hairpsray (1988) und Hairspray (2007) ist ja, dass Divine deutlich als Mann bzw. Dragqueen erkennbar bleibt. Diese doppelte Ebene war durchaus gewünscht.
Anders Travolta. Er spielt Frau ganz und gar. Die Frage, ob es ein Mann in Frauenklamotten ist, wird ja nur auf der non-fiktionalen Ebene gestellt.

Aber wenn man es als frauenfeindlich betrachtet, dann war schon im japanischen Kabuki und No-Theater oder im Elisabethanischen Theater Frauenfeindlichkeit an der Tagesordnung. Wir leben nicht mehr in der Zeit, in der Frauen nicht auf die Bühne dürfen. Ist das also notwendig?

Interessante Fragestellung:-)

Pecker

pecker.jpgPecker

USA, 1998
Regie: John Waters
Darsteller: Edward Furlong, Christina Ricci uva.

Trailer

Der 18-jährige Pecker fotografiert in seiner Heimatstadt Baltimore (welche andere Stadt könnte es bei John Waters auch sein?) alles, was ihm vor die Linse kommt. Ob es sich dabei nun um seine Familie, seine Freundin oder um kopulierende Ratten im Hinterhof handelt. Zufällig wird er von einer Galeristin aus New York entdeckt, die ihn als künstlerisches Wunderkind groß rausbringen will. Die Kunst-Schickeria von New York ist begeistert von den „Hinterwäldlern“ und Pecker steht bald vor der Wahl: Künstler-Karriere in der großen Stadt oder seine Heimat mit seiner Familie und seiner Freundin?

Etwas enttäuschend dieser Film von John Waters. – Soll nicht heißen, daß er schlecht ist, aber wer richtigen Trash vom Prince of Puke erwartet, der wird enttäuscht. Trash gibt’s hier leider nur noch in homöopathischen Dosen, z.B. in der zuckersüchtigen kleinen Schwester oder der Madonna (die Gottesmutter; nicht die Sängerin!) verehrenden Großmutter.

Davon abgesehen ist es aber eine nette kleine Gesellschaftssatire. Nicht aufregend. Manchmal witzig. Stellenweise auch langweilig. Ein eher nichtssagender Hauptdarsteller. Eine gute Christina Ricci. Aber einfach unpassend für John Waters. Doch nicht ganz so unpassend wie ein Remake von „Hairspray“ mit John Travolta in der Hauptrolle zuzulassen!

Pecker

Cecil B.

cecil_b.jpgCecil B. DeMented

Frankreich / USA, 2000
Regie: John Waters
Darsteller: Melanie Griffith, Stephen Dorff, Maggie Gyllenhaal, Mink Stole uva.

Trailer

Die Story con „Cecil B.“ ist so wunderbar abstrus, daß sie sich kaum nacherzählen läßt: Ein verrückter Filmemacher (sexy: Stephen Dorff) und seine Crew von anarchistischen Filmrebellen kidnappen die verwöhnte und zickige Filmdiva Honey Whitlock (Melanie Griffith mit viel Spaß an der Freud). Sie soll der Star in ihrem life-Independent-Anarcho-Movie werden, bei dem sie filmen, wie sie Multiplexkinos überfallen, ein Treffen bekannter Regisseure (wörtlich) sprengen und eine Fortsetzung von „Forrest Gump“ – die Inkarnation des Mainstream! – zunichte machen.

Nachdem die Diva anfangs natürlich weiter zickt, freundet sie sich immer mehr mit der anarchistischen Idee der Rebellen an und macht schließlich fröhlich mit bei dem Spektakel. Das Ganze endet in einem ultimativen Showdown im Autokino mit abgefackelten Haaren und einigen Toten.

John Waters is back! – Nach dem eher tristen „Pecker“ von 1998 und dem zwar sehr lustigen, aber ansonsten eher mainstreamigen „Serial Mom“ von 1994, ist „Cecil B. DeMented“ endlich wieder ein absolut verrückt-genialer Klamauk. Im übrigen einer der wenigen Filme von John Waters, in denen auch tatsächlich mal Schwule vorkommen. Aber das ist nebensächlich. Hauptsächlich geht es um Kritik an Hollywood, wobei aber trotzdem einige Regisseure (über Tattoos der Gruppe: z.B. Otto Preminger, Sam Peckinpah, Spike Lee, David Lynch usw.) gehuldigt werden.

Viele Anspielungen gehen leider wahrscheinlich unter, zum einen aus Mangel an Kenntnis (je mehr man sich in der Filmwelt auskennt, umso mehr gibt’s wohl zu lachen), zum anderen weil alles so rasant vonstatten geht. Insgesamt radikal, laut, schnell, schräg und vor allem richtig schön böse. Unbedingt öfter ansehen!

Cecil B.