Matthew Broderick

450px-matthew_broderick.jpgMatthew Broderick hat ein tolles Interview für the Advocate abgegeben. Über seinen Stellenwert als schwule Ikone (Torch Song Trilogy), seine Ehe mit einer weiteren schwulen Ikone (Sarah Jessica Parker) und seine Freundschaft mit 2 weiteren schwulen Ikonen (Nathan „The Birdcage“ Lane und Harvey „Torch Song Trilogy“ & „La Cage aux folles – Musical“ Fierstein).

Before Torch Song Trilogy, did anyone warn you of the potential perils of accepting a gay role so early in your career?
I had some agents telling me to be careful. I just thought it was a hilarious part and never worried about it. And to be totally honest, I hadn’t gotten any other jobs, so it was a really great job to get. When someone would mention to me, “But it’s a gay character, blah blah blah,” I was like, “Fuck you.” That play was a huge deal when it opened. It was one of the most exciting times of my career.

[…]

So what’s it like to be married to such a huge gay icon?
It’s amazing. She always had a little bit of that quality even before Sex and the City. It’s an interesting phenomenon with women who cross over like that. There’s a bit of a gay community going on at our house, actually. There are a lot of people who help her get her stunning looks together, and I will say there’s a certain percentage of them who are not straight.

[…]

Have you thought about how you might react if your 4-year-old son, James, ever came out as gay? Because with you and SJP as parents—
Yeah, he definitely has a good chance there. He likes singing and musical theater already. It’s all good, but I know it can be hard to be gay or different, and you always want your child to have everything perfectly easy, so I like to make sure he’s playing with a truck every now and then.

Heroes

Heroes läuft bald an:-) Und wer gewisse Phantasien über Milo Ventimiglia hat (ich bekenne mich schuldig), der muss für diese Bilder leider auf die zweite Staffel warten!

Zur Person: John Waters

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„To understand bad taste, one must have very good taste.“

 

schreibt John Waters in seinem Buch „Shock Value„.

John Waters ist der ‚Pope of Trash‘, der ‚Prince of Puke‘.

Geboren 1946 in Baltimore hatte er schon als Kind Lust und Freude an gewalttätigen, ekelhaften und obszönen Szenen. Er sah sich mit einem Fernglas Filme im Autokino an, die er wegen der Altersbeschränkung noch nicht sehen hätte dürfen. Als Teenager verdiente er sich ein gutes Taschengeld, indem er auf Geburtstagsfeiern Puppenspiele aufführte. Da ihm die Stücke bald zu langweilig wurden, peppte er sie mit Blut und gewalttätiger Handlung auf.

Seine ersten beiden Filme drehte er mit einer gestohlenen Super8-Kamera als Stummfilme in schwarz-weiß: „Hag in a Black Leather Jacket“ (1964) und „Roman Candles“ (1966). Der dritte Film „Eat your Make-up“ (1968) wurde bereits mit einer 16mm-Kamera gedreht. – Aber alle drei Filme wurden nur einmal gezeigt (sinnigerweise in gemieteten Kirchensälen!) und seither von John Waters unter Verschluß gehalten.

mondo-trasho.jpgDeshalb gilt „Mondo Trasho“ (1969) als sein erster ‚richtiger‘ Film, allerdings immer noch keine bis absurde Handlung, in schwarz-weiß, als Stummfilm mit Klassik und Musik der 50er Jahre hinterlegt. Reichlich bizarr mit nackten Anhaltern und Marienerscheinungen in einem Schweinekoben.

Schon in den ersten Filmen kristallisierte sich eine feste Gruppe von Schauspielern heraus, die seither – sofern sie noch leben – in beinahe allen Filmen von John Waters mitspielten: Die „Dreamlander“! Darunter Waters Freundin seit Jugendtagen Mary Vivian Pearce, Mink Stole, der 1977 an einer Überdosis gestorbene David Lochary und natürlich die göttliche Divine, die 1988 kurz nach der Premiere von „Hairspray“ an Herzversagen (offizielle Todesursache) starb.

Nach dem Kurzfilm „The Diane Linkletter Story“ (bei Bedarf hier anschauen) drehte Waters 1969/70 den Film „Multiple Maniacs“, der als sein obszönster Film überhaupt gilt. Die Geschichte natürlich wieder völlig bizarr. Divine wird darin unter anderem von einem Riesenhummer vergewaltigt und läßt sich von Mink Stole in einer Kirche mit einem Rosenkranz anal penetrieren (und wieder gibt’s eine Marienerscheinung…).

pink-flamingos.jpgIn den 70er Jahren folgte die „Trilogy of Trash“: „Pink Flamingos“ (1972), „Female Trouble“ (1974) und „Desperate Living“ (1977).

Durch „Pink Flamingos“ wurde Waters überregional einer Fangemeinde bekannt: Zwei Frauen streiten sich darum, wer sich an Perversion übertrifft. Das gab natürlich Raum für alles nur erdenklich (und undenkbare) Ekelhafte und gipfelte darin, daß Divine in der Schlußszene einen (echten) noch dampfenden Hundehaufen verschlingt (Warnung! Extreme Ekelgefahr!).

In den 80ern wurden seine Filme gemäßigter, aber auch professioneller in der Machart, zumal Waters nicht mehr selbst Kamera führte. In „Polyester“ geht es um eine Hausfrau, deren heile Welt zusammenbricht, als sich herausstellt, daß ihr Mann ein Pornoproduzent, ihre Tochter die Highschoolschlampe und ihr Sohn ein Fußfetischist ist, der Frauen nachstellt, um ihre Zehen zu brechen. 1981 in ‚Odorama‘ gedreht, d.h. der Kinobesucher bekam mit seiner Kinokarte auch eine Rubbelkarte in die Hand gedrückt. An den entsprechenden Stellen im Film konnte man sich so den passenden Duft errubbeln…. was wohl nicht unbedingt immer angenehm war!

Nach einer siebenjährigen Pause kam 1988Hairspray„. – Im Vergleich zu den früheren Werken wesentlich braver, aber entsprechend auch erträglicher für nicht eingefleischte Waters-Fans. Es folgte 1990 mit „Cry Baby“ ein kurzer Ausflug nach Hollywood (der Film spielt trotzdem – wie alle seine Filme – in Baltimore).

serial_mom.jpg1994 die herrliche Satire „Serial Mom„. Kathleen Turner als Doris-Day-Verschnitt, die perfekte, liebenswerte Hausfrau, Zahnarzt-Gattin mit zwei Kindern (die Tochter wieder gespielt von Ricki Lake), die so ganz nebenbei mit Serienmördern korrespondiert und selbst auch nicht davor zurückschreckt, den einen oder anderen umzubringen, der ihrer Familie schaden will. – Trotz der Bemerkung am Ende des Films, daß er auf wahre Tatsachen beruht, ist die Geschichte frei erfunden.

1997 hatte John Waters einen Gastauftritt als Comic-Figur bei den Simpsons in der Episode „Homer’s Phobia“. Wer sich die Folge nochmal in Erinnerung rufen will, klickt hier: Teil 1 Teil 2 Teil 3

Es folgten noch die Filme „Pecker“ (1998), „Cecil B. DeMented“ (2000) und „A Dirty Shame“ (2004).

Neben seiner Arbeit als Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler und Produzent beschäftigt er sich in den letzten Jahren auch verstärkt mit Fotografie. Außerdem hält er Workshops über postmodernen Film an der European Graduate School in Saas-Fe (Schweiz).

Spätestens dieses Jahr wurde sein Name durch die Verfilmung des Musicals „Hairspray„, das wiederum auf dem Film von 1988 basiert, auch dem einen oder anderen Mainstream-Kinokonsumenten bekannt. Für eingefleischte Waters-Fans der frühen Stunde eine Blasphemie, der Verkauf seiner Seele an den Teufel Hollywood für schnöden Mammon. Aber die jüngere Generation wird dies wohl nicht verstehen. Weitere Remakes wie das Musical „Cry Baby“ oder gar „Polyester“ als Oper bleiben zu befürchten.

Und hier noch ein kleines Bonbon: John Waters in einem Kinotrailer zum Rauchverbot. So fies!

Zur Person: Pedro Almodovar

pedro-almodovar.jpgGeboren 1949 in einer spanischen Kleinstadt verbrachte Pedro Almodovar seine Kindheit in einem katholischen Internat. Mit 19 Jahren zog er nach Madrid. Ihm fehlten die finanziellen Mittel, um die Filmhochschule zu besuchen, also schlug er sich mit kleinen Jobs durchs Leben und sparte für seine erste Super8-Kamera. Damit drehte er seine ersten Filme, in denen vor allem seine Freunde und Bekannten mitwirkten.

Anfang der 80er Jahre wurde er etwas bekannter, gegen Ende der 80er Jahre auch international. 1987 gewann er für „Das Gesetz der Begierde“ den Teddy-Award. Den internationalen Durchbruch schaffte er 1989, als er für „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert wurde. Aber erst mehr als 10 Jahre später – im Jahr 2000 – gewann er seinen ersten Oscar für den besten fremdsprachigen Film „Alles über meine Mutter„. Im Jahr 2003 gewann er mit „Sprich mit ihr“ den Oscar für das beste Drehbuch und war außerdem für die beste Regie nominiert.

almodovar-atame.jpgAlmodovar gilt als ‚Entdecker‘ von Antonio Banderas („Fessle mich!„, „Labyrinth der Leidenschaften„, „Matador“ – damals noch durchaus goldig und sexy!) und Penelope Cruz („Live Flesh„, „Alles über meine Mutter„), die ihm auch treu blieb, als sie bereits den internationalen Durchbruch geschafft hatte (und für almodovar-volver-mit-p-cruz.jpgdiese Treue dieses Jahr für ihre Rolle in „Volver“ zur Belohnung für den Oscar nominiert wurde).

Pedro Almodovar gilt als offen schwul. In einigen seiner Filme erwähnt er auch das Thema Homosexualität („Gesetz der Begierde„, „Labyrinth der Leidenschaften„, „La Mala Educacion„) und Transsexualität, wobei sie eigentlich nie der zentrale Schwerpunkt seiner Filme sind. Vielmehr geht es immer um zwischenmenschliche Beziehung egal welcher Coleur, um Einsamkeit und um außergewöhnliche Situationen. Und dazu gehören außergewöhnliche Menschen, Randfiguren der Gesellschaft wie eben Homosexuelle, Transsexuelle, Prostituierte usw. Diese greifen in seinen Filmen meist zu außergewöhnlichen Mitteln. Dabei sind die Figuren und die Filme oft schrill, bunt und provokativ, aber weniger aus reiner Lust am „Camp“ (wie beispielsweise bei John Waters), sondern wohl eher als Kontrast zum übermoralischen Franco-Regime und als Reaktion auf die katholische Kirche, die beide prägend für Almodovars Jugend waren.

Seine Filme sind oft sehr verwirrend und kompliziert im Aufbau. Keine leichte Unterhaltungskost, sondern Leckerbissen, die manchmal trotz allen subtilen Humors schwer im Magen liegen. Aber ob man sie nun liebt oder haßt – man sollte sie auf jeden Fall gesehen haben!

arte zeigt im September einige seiner Filme:

am 10. Sep. „Alles über meine Mutter

am 12. Sep. „Das Gesetz der Begierde“ (besondere Empfehlung! Beschreibung folgt demnächst.)

am 17. Sep. „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

am 24. Sept. „Mein blühendes Geheimnis

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